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Schadstoffarmes Spielzeug unterm Weihnachtsbaum

Bild10 Bastelmaterial

Weihnachten steht vor der Tür und damit beginnt der Ansturm auf die Spielzeuggeschäfte. Eltern sollten darauf achten, dass beim Spielzeugkauf für ihre Kinder die Qualität stimmt. „Sie sollten nicht nur den Kauf von Billigprodukten vermeiden, sondern auch bei teuren Markenprodukten genauer hingucken“, sagt Antje Lembach vom Wissenschaftsladen Bonn, Autorin der Broschüre „Spielen und Basteln – aber gesund!“. Denn nach wie vor sind viele Spielzeuge mit Schadstoffen belastet.

Grenzwerte für Autoreifen strenger als für Spielzeug

Trotz der neuen Spielzeugrichtlinie hat sich die Situation offenbar nicht verbessert. Im Juli 2013 ist ein Teil der Richtlinie in Kraft getreten, der Höchstwerte für organische Schadstoffe festlegt. Die Grenzwerte für krebserzeugende und Erbgut schädigende Stoffe seien aber weiterhin für Kinder weiterhin viel zu hoch, kritisiert Antje Lembach. Die Grenzwerte sind aus dem Chemikalienrecht abgeleitet und berücksichtigen nicht die besondere Empfindlichkeit von Kindern gegenüber Schadstoffen. So ist zum Beispiel der erlaubte Grenzwert für polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe in Spielzeug 1000-fach höher als für Autoreifen. Die Grenzwerte für einige Schwermetalle sind in der neuen Richtlinie sogar heraufgesetzt worden.

Kontrolle nur stichprobenartig

Problematisch ist ferner die unzureichende Überprüfung von Spielzeug. Lembach: „Es gibt keine systematischen, sondern nur stichprobenartige Kontrollen.“ Und das CE-Zeichen, mit dem der Hersteller die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften bestätigt, wird vom Hersteller selbst angebracht und nicht von einer unabhängigen Stelle überprüft.
Ein aktueller Test der Stiftung Warentest (Quelle: test 12/2013) zeigt, dass auch Holzspielzeug, das gerade bei umweltbewussten Eltern beliebt ist, häufig belastet ist. Von 30 untersuchten Holzspielzeugen für Kleinkinder waren über die Hälfte mit Schadstoffen belastet oder enthielten verschluckbare Kleinteile. Die Schadstoffpalette ist vielfältig: Holzpuzzles geben Formaldehyd ab, Lacke enthalten Organozinnverbindungen oder PAK, Metallteile geben Nickel ab (Quelle: test 12/2013). Dabei fielen nicht nur Billigprodukte, sondern auch einige Markenprodukte durch

Auf Prüfzeichen achten

„Eltern sollten daher beim Kauf von Spielzeug auf Prüfzeichen achten wie das GS-Siegel, TÜV Proof-Zeichen oder LGA tested quality“, empfiehlt Antje Lembach. Diese Zeichen garantieren, dass das Spielzeug von einer unabhängigen Stelle überprüft wurde. Die Kriterien für diese Siegel sind zum Teil auch strenger als die gesetzlich vorgeschriebenen. Allein darauf, dass das Spielzeug von Markenherstellern bzw. Herstellern aus Deutschland kommt, kann man sich nicht verlassen, wie der Test zeigt. Es empfiehlt sich vor dem Kauf, sich über aktuelle Tests zu informieren. Holzspielzeug sollte am besten unlackiert und gewachst sein, falls es nicht im Test als unbedenklich eingestuft wurde. Leider sieht man dem Spielzeug nicht an und man riecht auch nicht unbedingt, ob es Schadstoffe enthält. Eltern sollten dennoch ein Spielzeug mit allen Sinnen prüfen: Riecht es nach Chemie oder färbt es leicht ab, wenn man daran reibt, sollte es im Geschäft liegen bleiben.

Weitere Informationen und Tipps zum Spielzeugkauf enthält die Broschüre:

„Spielen und basteln – aber gesund!“
12. S., DIN A4, Mai 2012, 3 Euro plus 1 Euro Versand
Bestellung unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

Ansprechpartnerin:
Antje Lembach
Tel. (02 28) 201 61-30
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Inhaltliche Schwerpunkte des Wissenschaftsladen Bonn e.V., 1984 gegründet, sind die Bereiche Arbeitsmarkt und Ausbildung, Gesundheit und Verbraucherschutz sowie Bürgergesellschaft und Nachhaltigkeit.