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Foto: © Sandra Sieber

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Aktuelle Projekte RE-BUILD – auf dem Weg zur zirkulären Bauwirtschaft

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Trotz massiv schwindender Ressourcen gelangt nur ein kleiner Teil der eingesetzten Rohstoffe wieder in den Produktionsprozess zurück. Das gilt auch für die Bereiche Bauen und Sanieren: Um eine wirkungsvolle Ressourcenwende zu erreichen, braucht es hier grundlegend neue Ansätze. Das Projekt RE-BUILD geht diesen Wandel zu einer Kreislaufwirtschaft in der Modellregion Ostwestfalen-Lippe an.Dafür entwickelt das Projekt eine kommunale Innovations- und Transferplattform sowie eine gemeinsame Roadmap mit Verbänden, Kammern, Unternehmen und den Planungsabteilungen der Kommunen.

Stahl, Zement, Energie: Die Bauindustrie verbraucht erhebliche Ressourcen. Alleine Bauabfälle wie Bauschutt oder Straßenaufbruch stellen rund 60 Prozent des gesamten Abfallaufkommens in Deutschland. Dabei lassen sich viele dieser Ressourcen durch langlebiges Design, sortierbare Produktion, alternative Materialien, rücknahmeorientierten Handel, bewussten Konsum, Wiederverwertung etc. als Teil einer Kreislaufwirtschaft / Circular Economy reduzieren Dafür entwickelt das Konsortium „Lippe zirkulär“ jetzt gemeinsam mit dem Wissenschaftsladen (WILA) Bonn und dem Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) Lösungsansätze mit dem Ziel einer digitalen Austausch- und Informationsplattform sowie einer gemeinschaftlich entwickelten Strategie für kommunale Gebäude.

Ein digitaler Baumarkt mit Zukunftsatlas

Die digitale Plattform soll Kommunen in der Region Ostwestfalen-Lippe die Möglichkeit bieten, ihre eigenen Bautätigkeiten und Vernetzungsaktivitäten auszubauen. Das Projekt schafft dafür einen digitalen Baumarkt auf Basis der Stoffströme. Anhand von Modellgebäuden entstehen Muster für digital unterstütztes Planen, Bauen, Sanieren und Rückbauen. Ein digitaler Zukunftsatlas als Teil der Transferplattform soll regionales Wissen in dem Bereich weiter bündeln. In Zusammenarbeit mit den bestehenden regionalen Branchennetzwerken ermöglicht dies den Kommunen zukünftig einen zunehmenden Anteil ihrer Immobilienbewirtschaftung digital und zirkulär zu handhaben.

Prozessentwicklung auf Augenhöhe: Entscheidungsroutinen durchbrechen

Damit die im Projekt entwickelten Strategien auch auf lange Sicht von der gewerblichen und privaten Immobilienbranche umgesetzt werden können, bezieht das Projekt die Akteur*innen schon bei der Plattformentwicklung ein. Das Projekt wird zu Beginn Anforderungen und Bedürfnisse in Kommunen, Brancheninitiativen und Gremien abfragen. Ebenfalls werden Kommune und Immobilienwirtschaft gemeinsam Visionen entwickeln, Kennzahlen, Monitoring- und Reporting-Strukturen schaffen. Die am Ende stehende Roadmap „Zirkuläres Bauen OWL“ mit Bildungsangeboten soll die Grundlage stellen, um die entwickelten Strategieelemente in die Immobilienbranche zu übertragen.

Einzigartiges Konsortium

Initiiert wurde der Projektansatz von „Lippe zirkulär“ mit Geschäftsstelle im Kreis Lippe. Das derzeit deutschlandweit einzigartige Konsortium vereint über 30 lokale und regionale Akteur*innen und Netzwerke aus Wirtschaft, Gesellschaft, Forschung sowie kommunaler Politik und Verwaltung. Der Kreis Lippe formuliert in seinem Zukunftskonzept 2025 explizit das Initiieren und Unterstützen einer Circular Economy mit konkreten Anwendungsfällen – insbesondere in der öffentlichen Verwaltung.

Aufgaben und Erfahrungen des WILA Bonn

Der WILA Bonn führt im Projekt die Workshops und Fokusgruppen für die Entwicklung der Plattform und des Roadmappings durch. Ebenfalls kümmert er sich um die Auswahl der Akteur*innen für die Netzwerkbildung, evaluiert Veranstaltungsformate, beteiligt sich an der Feinkonzeption des Zukunftsatlas und unterstützt bei Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit.

Dabei kann der WILA Bonn auf seine methodische Erfahrung aus dem transdisziplinären Projekt „Gewerbegebiete im Wandel“ (2016-2022) zurückgreifen, in dem Unternehmen mit den Kommunen Gewerbegebete im Bestand gemeinsam nachhaltig weiterentwickeln. Aus den Projekten „KlimNet” zur Klimaanpassung (2017- 2020) sowie dem Citizen Lab zur partizipativen Forschung mit der HS Bonn/Rhein-Sieg (Innovative Hochschule) bringt der WILA Bonn seine Erfahrung in der Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft mit.

Förderer:

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Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat im Rahmen von Region gestalten – Heimat 2.0.