Insekten-Check – Entdecke die Vielfalt in deinem Grün!

Franziska Böhm
Ob Wildbiene oder Schmetterling: Wer den eigenen Garten oder Balkon naturnah umgestaltet, kann schon bald deutlich mehr Insektenarten beobachten. Doch lässt sich diese Vielfalt auch für Laien messen und sichtbar machen? Das Projekt „Insekten-Check“ von WILA Bonn und VHS Bonn entwickelt gemeinsam mit interessierten Hobbygärtner*innen einen Leitfaden für eine Bestandsaufnahme – im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Die Vielfalt an heimischen Wildpflanzen und Tieren, insbesondere blütenbestäubender Insekten geht weiter dramatisch zurück. Dabei reichen schon ein paar heimische Wildpflanzen im Garten oder auf dem Balkon, um mehr Lebensraum und Nahrung zu schaffen. Mit mehr Vielfalt im Grün lässt sich auch eine größere Vielfalt bei den Insekten beobachten. Zu sehen, wie sich mit den passenden Pflanzen schon im ersten Blütejahr Insekten anlocken lassen, könnte mehr Menschen motivieren, auch ihre Gärten und Balkone naturnah umzugestalten und damit auch „Tiere zu pflanzen“.
Insekten-Monitoring häufig zu komplex
Wie sich die Vielfalt der Insekten im Grün entwickelt, lässt sich mit einer Bestandsaufnahme (Monitoring) ermitteln. Gängige Insekten-Monitoring-Ansätze, die so etwas sichtbar machen, sind aber häufig so komplex, dass sich selbst die ohnehin affinen Hobbygärtner*innen nur sporadisch beteiligen. Andere Ansätze sind so oberflächlich, dass sie den direkten, auch emotionalen Bezug zum Leben der Beteiligten nicht herstellen. Wie kann ein Insekten-Monitoring also aussehen, das auch die Bedürfnisse, Erfahrungen und Lebensrealitäten von Laien anspricht, sie motiviert und es ihnen ermöglicht, ohne großen Aufwand die Insektenvielfalt in ihrem Garten oder auf ihrem Balkon zu erfassen?
Insekten-Monitoring für jede und jeden: Workshopreihe für Hobbygärtner*innen
Um ein solches Tool zu entwickeln, bietet der Wissenschaftsladen e.V. gemeinsam mit der Volkshochschule Bonn eine dreiteilige Workshopreihe für Hobbygärtner*innen an. In den Workshops bringen die Teilnehmenden ihre Beobachtungen aus dem eigenen Garten oder Balkon und ihre Fragestellungen ein. Gemeinsam entwickeln sie mit erfahrenen Biolog*innen darauf basierend ein Insekten-Monitoring, das in der Anwendung möglichst unkompliziert und nahe an den Bedürfnissen und Anforderungen der Teilnehmenden ist und erproben dies dann an einer Fläche in Bonn: Welche Schmetterlinge lassen sich beobachten? Und welche Bienenart sitzt vor allem am Weißdorn? Wie verändert sich der Insektenbestand über einen Zeitraum von einigen Wochen?
Dabei erstellen die Projektpartner*innen und die Hobbygärtner*innen gemeinsam einen Monitoring-Leitfaden. Eine Fokusgruppe wird das erarbeitete Insekten-Check-Konzept (Workshop-Konzept und Bildungsmaterialien) ebenfalls dahingehend überprüfen, ob es auch Menschen mit weniger Vorkenntnissen zum Mitmachen motiviert. Das Projekt verbreitet die gemeinsam erstellen Materialien anschließend über die Netzwerke aller Beteiligten.
Projektüberblick
| Laufzeit: | März 2023 – Dezember 2023 |
| Förderer: | Ministeriums für Kultur und Wissenschaft (MKW) des Landes Nordrhein-Westfalen |
SDGs

Ansprechpartnerin
Monika Konigorski
0228 20161-41
monika.konigorski@wilabonn.de
Meike Rohkemper
meike.rohkemper@wilabonn.de
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Gefördert durch

Idee – und wie?!

Franziska Böhm
Ob für die Nachbarschaftshilfe oder mehr Grün: Im Projekt „Idee – und wie?!“ können sich kleine Initiativen aus Bonn und Umgebung fortbilden, die sich in ihrem Wohnumfeld engagieren möchten. Die kostenlosen Fortbildungen sind dabei passend auf sie zugeschnitten – und interaktiv!
Für ihr Wohnumfeld sind Bürgerinnen und Bürger die besten Expert*innen. Sie sehen, wo es an Engagement fehlt, wie sie ihr Umfeld noch lebenswerter machen können, wo es Herausforderungen zu begegnen gilt. Am Anfang stehen oft eine tolle Idee und viel Elan: „Lasst uns unsere Straße grüner gestalten und für Insekten und Vögel attraktiver machen!“ oder „Lasst uns einen sozialen Treffpunkt etablieren, der für alle offen ist und das Miteinander stärkt.“ Manchmal stocken solche Vorhaben aber – wenn etwa Aufgaben anstehen, für die man sich nicht geeignet fühlt oder wenn das nötige Wissen fehlt. Ob es darum geht, die Idee zu konkretisieren, Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu gewinnen, Co-Creation-Methoden anzuwenden oder nötige Gelder zu beschaffen, Wissen über nachhaltiges Gärtnern zu erlangen, Versammlungen zu moderieren oder Öffentlichkeitsarbeit anzugehen – die Herausforderungen können vielfältig sein.
Anderen Mut machen und sie motivieren
Hier bietet der WILA Bonn Unterstützung an, damit gerade kleine, private Ideen nicht im Sande verlaufen, sondern Spaß machen: wenn Hürden überwunden und die eigenen Ideen umgesetzt werden können. Dafür entwickelt der WILA Bonn gemeinsam mit den Interessierten Weiterbildungsangebote, die auf ihren Bedarf zugeschnitten und für die Teilnehmenden kostenfrei sind. Bis zu fünf Projekte können davon profitieren – und ebenso vom Austausch untereinander. Audioaufnahmegerät und Mikrofon sind immer dabei, um direkt von besonderen Momenten erzählen zu können. Gemeinsam reflektieren sie so den Prozess und konzipieren dazu eine Podcastfolge des WILA Bonn. Am Ende entsteht eine Hörgeschichte, die auch anderen Mut machen kann, ihre Ideen umzusetzen.
Flexible Weiterbildungsangebote genau nach Bedarf
Die Unterstützung geschieht im Rahmen des Projektes „Idee – und wie?!“, das vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft über den Innovationsfonds NRW gefördert wird. Aus den Erfahrungen dieses Projektes entwickelt der WILA Bonn ein Modell für flexible Weiterbildungsangebote, das auch für andere Bildungseinrichtungen interessant sein kann und Ideen für neue Arten der Weiterbildung liefern soll. Die Gelingensfaktoren werden in einem Bericht veröffentlicht, so dass auch andere Weiterbildungseinrichtungen dazu Zugang haben.
Projektüberblick
| Laufzeit: | Januar 2024 – Dezember 2024 |
| Förderer: | Ministeriums für Kultur und Wissenschaft (MKW) des Landes Nordrhein-Westfalen |
SDGs

Ansprechpartnerin
Monika Konigorski
0228 20161-41
monika.konigorski@wilabonn.de
Projektergebnisse
Gelingensfaktoren für flexible Bildungsarbeit
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Projekt „StadtKlimaWandeln“
Podcast-Folge „Biologische Vielfalt – wie Beteiligung zum Naturgärtnern gelingt“ (WILA-Podcast „Vom Wissen zum Handeln – und umgekehrt!“)
Förderer

Klimagerechtes Handeln Jugendliche zum aktiven Lernen und Handeln motivieren
Franziska Böhm
BNE-Prozesse sind dann besonders wirksam, wenn Lernen und Handeln miteinander verknüpft werden. Dieser Kerngedanke war der Ausgangspunkt, um für Multiplikator*innen in Bildungseinrichtungen, in der außerschulischen Bildungsarbeit, in der Umweltbildung und für Lehrkräfte an Schulen und Berufsschulen BNE-Schulungskonzepte zu entwickeln, die sie für ihre Arbeit direkt einsetzen können. Teilnehmende aus diesen Zielgruppen haben im Projekt „Aktiv lernen und handeln“ solche Beispiele zusammengetragen und entwickelt mit Methoden, die individuelle und selbstbestimmte Lernwege eröffnen.Die folgenden Seiten bieten eine Sammlung von Modulen, die in Schulworkshops oder außerschulischen Veranstaltungen erprobt wurden.
Insekten-Check

Franziska Böhm
Die vorliegenden, im Rahmen des Projekts „Insekten-Check“ entwickelten Materialien sollen Multiplikator*innen und Referent*innen der Erwachsenenbildung Unterstützung bieten, einen Workshop zum Thema „Insekten-Check: Insekten entdecken, bestimmen, zählen und schützen!“ durchzuführen. Es enthält mehrere Module, erprobte Methoden und weitere hilfreiche Bildungsmaterialien mit zielgruppengerecht aufbereiteten Hintergrundinfos zur Insektenbestimmung, Insekten „pflanzen“ und zum einfachen Einstieg in das Insekten-Monitoring (inklusive eines Erklärvideos).
Erklärvideo
Netzwerk Grüne Arbeitswelt

Franziska Böhm
Jetzt wird’s regional! Mit vier neuen Regionalstellen bringt das bundesweite Netzwerk Grüne Arbeitswelt im Osten, Süden, Westen und Norden der Bundesrepublik Akteure aus Bildung, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien zusammen. Das Ziel: Gemeinsam für grüne Jobs zu begeistern und so den Wandel hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft in den Regionen und deutschlandweit zu unterstützen.
Schon über 100 Akteur*innen, die sich für Berufsorientierung, Fachkräfte- und Nachwuchsrekrutierung in einer klimafreundlichen Wirtschaft engagieren, bündelt das Netzwerk Grüne Arbeitswelt – darunter Unternehmen und Verbände, Schulen und außerschulische Bildungsträger sowie Fachinstitutionen, Berufsschulen, Fachhochschulen und Universitäten, aber auch Träger der Berufsberatung, Messeanbieter und Medien. Mit dem Aufbau von vier Regionalstellen soll das Netzwerk weiter wachsen. Diese Aufgabe übernimmt im Westen Deutschlands der Wissenschaftsladen Bonn e.V., im Süden die Zeitbild Stiftung, im Osten der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft und im Norden die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen GmbH.
Berufsorientierung für den Klimaschutz
Sollen sich junge Menschen oder auch gelernte Fachkräfte für einen grünen Job entscheiden, müssen sie erst einmal wissen, welche beruflichen Möglichkeiten ihnen offenstehen: Was sind nachhaltige Berufsfelder? Welche Zugangswege gibt es? Wie kann ich in der grünen Arbeitswelt Karriere machen? Nur wenn eine nachhaltigkeitsorientierte Berufsorientierung dieses Wissen zielgruppengerecht kommuniziert, ist dem anhaltenden und sich weiter verschärfenden Fachkräftebedarf in zahlreichen Branchen beizukommen. Gleichzeitig wird so die wirtschaftliche Basis für einen nachhaltig funktionierenden und wirksamen Umwelt- und Klimaschutz gelegt.
Um das zu erreichen, wurde das Netzwerk Grüne Arbeitswelt im Jahr 2017 durch Förderung der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) ins Leben gerufen. Entstanden ist ein Webportal mit einer umfangreichen Sammlung an bundesweit erarbeiteten Angeboten und Materialien, die Multiplikator*innen nutzen können, um potenziellen Fachkräften die beruflichen Möglichkeiten im Umwelt- und Klimaschutz näher zu bringen. Darüber hinaus werden auf dem Portal 16 nachhaltige Berufsfelder mit passenden Berufsmöglichkeiten und Zugangswegen vorgestellt. Ein Angebotskompass zeigt bundesweit Anlaufstellen, die zum Beispiel Workcamps, Ausstellungen oder Lernlabore im Bereich Berufsorientierung anbieten. Schließlich stellt das Webportal einschlägige Beteiligte aus Bildung, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien vor und macht ihre grünen Berufsorientierungsaktivitäten und Fachkräftestrategien sichtbar.
Von Praktika bis Bildungsbroschüre
Im nächsten Schritt soll dieses Onlineangebot weiter ausgebaut und um neue Bereiche und Funktionen ergänzt werden. So bekommen beispielsweise regionale Angebote und Veranstaltungen einen eigenen Platz und Unternehmen sind dazu aufgerufen, ihre Praktikumsplätze auf dem Webportal zu veröffentlichen. Es werden aber auch Workshops in den Regionen angeboten, um Akteur*innen vor Ort miteinander in Kontakt zu bringen. Außerdem ist die Schulung von Fortbildner*innen geplant, die Lehrkräftefortbildungen zum Thema grüne Arbeitswelt anbieten möchten. Hinzu kommen die Entwicklung einer neuen Bildungsbroschüre mit berufspraktischen Übungen sowie die Erstellung eines Praktikumsleitfadens.
Alle Aktivitäten werden von Öffentlichkeitsarbeit auf regionaler und bundesweiter Ebene begleitet. Auf diese Weise soll das Thema Berufsorientierung und Fachkräftesicherung im Umwelt- und Klimaschutz breitenwirksam kommuniziert, aber auch regional nachhaltig verankert werden. Somit werden nicht nur potenzielle Fachkräfte auf grüne Berufsmöglichkeiten aufmerksam gemacht, sondern auch weitere Multiplikator*innen für das Thema sensibilisiert und neue Mitstreiter*innen für die grüne Arbeitswelt gewonnen.
Projektüberblick
| Laufzeit: | Januar 2023 – Dezember 2025 |
| Förderer: | Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz / Nationale Klimaschutzinitiative |
SDGs

Projektkoordination
Wissenschaftsladen Bonn e. V.
Ansprechpartner*innen
Krischan Ostenrath
Tel. (02 28) 20161-43
krischan.ostenrath@wilabonn.de
Sabrina Jaehn
Tel. (02 28) 20161-14
sabrina.jaehn@wilabonn.de
Iken Draeger
Tel. (02 28) 20161-33
iken.draeger@wilabonn.de
Projektmailadresse:
info@gruene-arbeitswelt.de
Webseite des Projekts

Zur Webseite des „Netzwerk Grüne Arbeitswelt“
Newsletter des Projekts
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Projektpartner
Tagung für Unternehmen: Klimaschutz und -anpassung im Unternehmen – Gemeinsam mit der Belegschaft aktiv!
Franziska Böhm
Ob Blühstreifen auf dem Parkplatz oder mehr Grün an Dach und Fassade: Vier Modellunternehmen präsentieren bei der Tagung beispielhaft ihre Ideen und Aktivitäten, die sie gemeinsam mit den Mitarbeitenden umgesetzt haben. Im Anschluss daran können die Teilnehmenden einige dieser guten Ideen auch direkt live erkunden – im Rahmen von zwei Exkursionen. Im Fokus steht darüber hinaus die Vorstellung einer im Projekt entwickelten Toolbox. Sie soll Unternehmen dabei unterstützen Klimaanpassung gemeinsam mit der Belegschaft anzugehen.
Weitere Informationen und Anmeldung:
- -Veranstaltungsprogramm: Projektwebsite
- Kosten: Die Veranstaltung ist kostenfrei.
- Veranstaltungsort: RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e. V. Fränkische Straße 7 | 53229 Bonn
- Anmeldung: Eine vorherige Anmeldung per Anmelde-Tool Eveeno ist erforderlich.
Ansprechpartnerin:
Hildegard Boisserée-Frühbuss
hildegard.boisseree@wilabonn.de
0228 / 201 61-25
Klima-Bildung: Bonner Studierende denken Hochschule neu

Franziska Böhm
Empfehlungen für fächerübergreifende Lehre und Lernen an Unis jetzt veröffentlicht
Fridays for Future hat das Thema Klimawandel auf die Straße gebracht – doch wie sieht eine Hochschulbildung aus, die Studierende fächerübergreifend dazu befähigt, zur Bewältigung des Klimawandels beizutragen? Bonner Studierende haben gemeinsam Empfehlungen entwickelt und jetzt veröffentlicht – im Rahmen des Projektes „KlimaWandel – Learning for Future“ von Wissenschaftsladen Bonn in Kooperation mit der Universität Bonn. Das Projekt wurde von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen gefördert.
Veranstaltungsangebot durchgehen, Kurs auswählen, dann den Lehrplan im Semester bearbeiten – so oder so ähnlich läuft das Studium häufig. Nicht so im Seminar des Projektes „KlimaWandel – Learning for Future“ von Wissenschaftsladen Bonn in Kooperation mit der Universität Bonn. Hier haben Studierende aus acht verschiedenen Fachrichtungen von der Universität Bonn und der Hochschule Bonn Rhein-Sieg ihr eigenes Bildungsprogramm über zwei Semester entwickelt – zum hochkomplexen Thema Klimawandel. Den Empfehlungskatalog der Studierenden und weitere Bildungsmaterialien haben die Projektpartner*innen jetzt veröffentlicht.
Klima-Hochschulbildung braucht Freiräume – fürs Experimentieren und Scheitern
„Ich habe noch nie in einer universitären Veranstaltung so viele Freiräume bekommen und konnte mich gleichzeitig in so vielen Feldern kreativ ausprobieren und auch tätig werden“, so die Rückmeldung einer Studierenden. Dieses Ausprobieren zeigte sich im Projekt u. a. in den vielen Aktivitäten, die die Studierenden im Projekt umgesetzt haben: Ein eigenes Peer-to-Peer-Bildungsmodul, eine interaktive Klima-Kompetenzkarte, die „bereist“ werden kann, Podcasts, Podien, Instagram – die Studierenden gingen das Thema „Was will ich wie mit anderen lernen, um zur Bewältigung des Klimawandels beitragen zu können?” in verschiedenen Arbeitsgruppen auf ihre Weise an. Aus dieser Erfahrung heraus empfehlen sie: Eine Hochschulbildung, die dem so wichtigen und umfassenden Thema Klimawandel gerecht wird, braucht diese Freiräume fürs Lernen, fürs Ausprobieren, auch um herausfinden können, was die Einzelnen motiviert, was sie brauchen, um zu handeln.
Zukunftskompetenzen: Fachwissen und weit mehr
Mit diesen Empfehlungen reiht sich das Seminar in die Erkenntnisse ein, die sich unter dem Namen „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ (BNE) immer mehr im Bildungsbereich durchsetzen. Die Erkenntnis hier: Um vom reinen Fachwissen in ein nachhaltigeres Handeln zu kommen, braucht es buchstäblich eigene Berührungspunkte – und weitere „Zukunftskompetenzen“ wie die Fähigkeit, mit Konflikten oder verschiedenen Blickwinkeln auf die Klimaerhitzung umzugehen. Diese Kompetenzen haben die Studierenden an verschiedensten Stellen immer wieder geübt und unter Beweis gestellt – zum Beispiel bei den insgesamt sechs Podiumsdiskussionen mit Bildungs-Expert*innen innerhalb und außerhalb des Hochschulbereichs. „Wir freuen uns sehr, dass mit dem Projekt „KlimaWandel – Learning for Future“ Erkenntnisse aus der Bildung für Nachhaltige Entwicklung so umfangreich in eine Lehrveranstaltung integriert werden konnten. Damit hat dieses Vorhaben einen Modellcharakter an dem sich andere Hochschulen orientieren können “, sagt Christiane Overkamp, Geschäftsführerin der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen, die neben diesem Projekt viele weitere Projekte zu BNE in Nordrhein-Westfalen fördert.
Nachhaltigkeit und Klima gehören ins Zentrum der Hochschullehre
Dass dieses Projekt ausgerechnet in Bonn an den Start gegangen ist, ist übrigens kein Zufall. Die Universität Bonn hat als eine der ersten in Deutschland ein Prorektorat für Nachhaltigkeit gegründet und im letzten Jahr mit Vertreter*innen aus Verwaltung, Lehre und Studierendenschaft ein Nachhaltigkeits-Leitbild entwickelt. Prorektorin für Nachhaltigkeit Annette Scheersoi: „Im Leitbild haben wir festgelegt, dass wir Nachhaltigkeit umfassend in allen Bereichen der Hochschule verankern wollen – in der Forschung, im Betrieb, aber auch in der Hochschullehre. In diesem Zusammenhang entwickeln wir gerade neue Lehr- und Lernaktivitäten, damit die Studierenden sich zukünftig viel mehr und vor allem aber auch praxisnah mit Nachhaltigkeitsthemen auseinandersetzen können.“
Inspiration für Nachahmung und weitere Aktivitäten
In diesem Sinne verstehen die Projektpartner WILA Bonn und Universität Bonn die jetzt veröffentlichten Empfehlungen, das Seminar „KlimaWandel – Learning for Future” und weiteres Bildungsmaterial als Impuls dafür, wie sich so zentrale Herausforderungen wie der Klimawandel, aber auch Nachhaltigkeitsthemen wie nachhaltigerer Konsum oder der Schutz von Artenvielfalt fächerübergreifend und praxisnah in die Hochschule hineintragen lassen. „Wir möchten weiter daran arbeiten, dass Wissenschaft und Studierende zur Lösung ganz konkreter Herausforderungen vor Ort beitragen können. Wir freuen uns daher darauf, uns hierzu weiter zu vernetzen und gemeinsam mit anderen Lösungen für den Hochschulbereich zu erproben“, so Projektleiterin Brigitte Peter, Geschäftsführerin des Wissenschaftsladen (WILA) Bonn. In der Zwischenzeit können Interessierte alle Empfehlungen, Podcasts, Aufzeichnungen der Podiumsdiskussionen schon einmal auf der Website einsehen. Und auch für Studierende des Seminars geht es im Frühjahr 2023 direkt weiter – sie probieren ihr im Seminar entwickeltes Peer-to-Peer-Bildungsmodul dann zum ersten Mal in der Praxis aus.
Über das Projekt
Das Projekt „KlimaWandel – Learning for Future“ wurde von Wissenschaftsladen Bonn und Universität Bonn durchgeführt. Gefördert wurde das Projekt, das Podcasts, Podien sowie Workshops umfasst und in Empfehlungen für neue Hochschulbildung mündet, von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen.
Bildnutzung:
Sie können das Bild im Zusammenhang mit einer Berichterstattung zum Projekt „KlimaWandel – Learning for Future“ frei nutzen. Foto: © WILA Bonn
Kontakt beim Wissenschaftsladen Bonn
Brigitte Peter
0228 201 61-0
brigitte.peter@wilabonn.de
Weitere Informationen
Website: www.klimawandel-lff.de
Instagram: @klimawandel_lff
Twitter: @klimawandel_lff
Ein Solarkraftwerk in Bonn – Unternehmen packen an

Franziska Böhm
Der Blick auf das Solardachkataster macht deutlich, wo die Potenziale zur Klimaneutralität in Bonn schlummern: Auf den Unternehmensdächern! Wie so eine gemeinsame Energieproduktion funktionieren kann und welche anderen guten Ideen es für Unternehmensflächen gibt, dazu haben Unternehmen aus den fünf Beueler Gewerbegebieten am 15. November diskutiert – in einer Veranstaltung der Bonner Wirtschaftsförderung in Kooperation mit der Gertec Ingenieursgesellschaft und dem Wissenschaftsladen (WILA) Bonn.
„Es muss jetzt schneller gehen, der Klimawandel erlaubt kein Warten mehr“, so Hans-Joachim Quadt von der gleichnamigen Immobiliengesellschaft. Aus diesem Grund war beim Gewerbegebietsgespräch in Bonn-Beuel angesagt, zu Klimathemen „groß zu denken“. Neben gemeinsamen Solaranlagen spielten in Erwartung des nächsten heißen Sommers 2023 auch die Themen Begrünung und Aufenthaltsqualität immer wieder eine Rolle in der Diskussion.
Klimaplan 2035 steht zur Beschlussfassung
Damit die Unternehmen ihre Ideen für mehr klimagerechtes Handeln koordinieren und umsetzen können, brauchen sie aber auch die richtigen Voraussetzungen. Im Gewerbegebietsgespräch nannten sie in diesem Zusammenhang vor allem eine politisch unterstützte Planungssicherheit und die zügige Bearbeitung von Anträgen bei baulichen Veränderungen. Ein mögliches politisches Unterstützungsinstrument legt die Stadt im Dezember dem Rat vor: den Bonner Klimaplan 2035, der zeigt, mit welchen Maßnahmen die von der Stadt angestrebte Klimaneutralität bis 2035 konkret erreicht werden soll. „Mit großer Beteiligung der verschiedenen Fachämter der Stadtverwaltung wurde gerade der Bonner Klimaplan erarbeitet und liegt jetzt zur Beschlussfassung für den Doppelhaushalt 2023/2024 vor“, so Clemens Jüssen, Wirtschaftsförderung Bonn.
Energiewende-Auszeichnung für Beueler Unternehmen: „Think Big“
Eingeladen zum Gewerbegebietsgespräch hatte die Bonner Wirtschaftsförderung in Kooperation mit der Gertec Ingenieurgesellschaft und dem Wissenschaftsladen (WILA) Bonn, die derzeit ein Modellprojekt zum klimagerechten Gewerbegebiet Beuel-Ost durchführen. Daran knüpften die Partner jetzt an und haben Betriebe aller fünf Beueler Gewerbegebiete – Beuel-Ost, Holzlar, Geislar, Pützchen und Am Mühlenbach – eingeladen. Gastgebender Betrieb war diesmal die Josef Küpper und Söhne GmbH. Und dieser Ort passte hervorragend zu den Ideen, die dann diskutiert wurden: Denn am Vortag wurde der Betrieb in Berlin mit dem „Energy Efficency Award“ ausgezeichnet – und zwar in der Rubrik „Think Big! Komplexe Energiewendeprojekte“.
Beratung für Beueler Unternehmen durch den WILA Bonn und Gertec
Für die Beueler Unternehmen geht es nach dem Gewerbegebietsgespräch schon direkt weiter. Neben der Weiterverfolgung der genannten Ideen können sie sich für kostenlose Initialberatungen bei WILA Bonn oder Gertec anmelden. Schlüsselelemente sind Potenzial-Checks sowie Beratungs- und Fördermittelangebote für eine höhere Standortqualität, eine bessere Freiraumstruktur, optimierten Energieverbrauch und eine bessere Ausnutzung der Energiegewinnung in den Unternehmen. „Es gibt bereits so erfolgversprechende Ansätze – beginnend bei der Einrichtung eines City-Logistik-Standortes über nachhaltig gebaute Lagerhallen bis hin zu eigenem Unternehmens-Honig und dazugehörend großzügige Grünstreifen“, so Dr. Anke Valentin vom Wissenschaftsladen Bonn. Neben der Umsetzung wird es darüber hinaus eine der nächsten Aufgaben sein, die guten Ideen in Beuel mit anderen Bonner Aktivitäten wie z. B. dem Nachhaltigkeits-Hub mit dem Slogan „Transforming the Economy“ zu verknüpfen.
Kontakt beim Wissenschaftsladen Bonn:
Dr. Anke Valentin
anke.valentin@wilabonn.de
0228/20161-0
Vom Wissen zum Handeln – und umgekehrt!
Franziska Böhm
Was motiviert Menschen dazu, sich für mehr Klimagerechtigkeit, Natur in der Stadt oder eine bessere und nachhaltigere Bildung einzusetzen? Und was braucht es dafür, damit so unterschiedliche Gruppen wie zivilgesellschaftliche Vereine, Hochschulen und Kommunen gemeinsam gute Ideen entwickeln und umsetzen? – Kurz: Wie kommen wir als Gesellschaft vom Wissen um Handeln – und vom Handeln zum Wissen? Darüber wollen wir in diesem Podcast sprechen. Wir, das sind Franziska Böhm und Brigitte Peter vom Wissenschaftsladen (WILA) Bonn. In jeder Folge nehmen wir uns ein Thema vor, dass uns als WILA Bonn bewegt und sprechen mit spannenden Menschen, die dazu gemeinsam mit anderen Aktionen, Kampagnen, oder Projekte gestartet haben – innerhalb und außerhalb des WILA.
Abkühlung: Mehr Natur braucht die Stadt!
Franziska Böhm
Zwar erreicht das Thermometer diese Woche keine 45 Grad, heiß wird es trotzdem gerade in Städten. Ein effektives Mittel zur Kühlung: Schattenspendende Bäume, Wiesen oder begrünte Fassaden. Wie Bürger*innen, Stadtverwaltungen und Unternehmen eine solche Begrünung gemeinsam schaffen können, zeigen vielfältige Projekte des Wissenschaftsladen (WILA) Bonn.
Pünktlich zu den Hundstagen klettern die Temperaturen wieder in die Höhe. So stehen NRW Tage mit bis zu 40 Grad Celsius bevor. Vor allem Städte kommen so richtig ins Schwitzen. Denn mit ihrem hohen Bebauungs- und Versiegelungsgrad und aufgrund von Glasfassaden, Asphalt und Beton erhitzen sie sich durchschnittlich noch einmal um bis zu zehn Grad mehr als das Umland. Eines der effektivsten Mittel, um Städte auch im Hinblick auf die Folgen des Klimawandels langfristig zu kühlen ist es, Flächen zu entsiegeln und zu begrünen.
Stadtentwicklungskonzepte für mehr Begrünung notwendig
Damit so eine Begrünung aber nicht nur das eigene Grundstück kühlt, sondern auch einen Effekt auf das Stadtgebiet hat, braucht es Entsiegelung und Begrünung, die Kaltluftschneisen schafft. Denn nur dann kann die Luft im Stadtgebiet auch zirkulieren. „Für eine Abkühlung des Mikroklimas braucht es integrierte kommunale Handlungskonzepte für private und öffentliche Flächen – sowie das Wissen und die Kapazitäten für die Umsetzung“, sagt Dr. Anke Valentin vom Wissenschaftsladen (WILA) Bonn. Der WILA Bonn unterstützt deshalb in seinen Projekten Kommunen, Unternehmen und Bürger*innen, gemeinsam einen natürlichen Klimaschutz umzusetzen, macht Beratungsangebote und moderiert den Netzwerkaufbau.
Begrünung auch im Interesse von Unternehmen
Unternehmen schaffen beispielsweise gemeinsam mit dem WILA Bonn auf ihren Unternehmensflächen mehr Grün. Im Projekt „Faktor Grün“ – gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit / Umweltbundesamt –entwickeln vier Unternehmen mit dem WILA Bonn Bildungsmodule und werden aktiv, um zusammen mit Mitarbeiter*innen und Azubis Nachhaltigkeitsmaßnahmen umzusetzen. Die Begrünung ist dabei auch explizit im Interesse der Unternehmen: Sie kann als „grüne Visitenkarte“ einen bleibenden Eindruck bei Kund*innen hinterlassen, die Attraktivität als Arbeitgeber stärken und sogar die Kosten für Pflege, Abwasser und Wartung senken. Ein großes Plus stellt hier insbesondere die Einbeziehung der Mitarbeiter*innen dar. Sie bringen über das Projekt Kreativität und Engagement ein – und tragen als regelmäßige Nutzer*innen der Flächen dazu bei, dass das Grün auf lange Sicht erhalten bleibt.
Kommunale Netzwerke zur Weiterentwicklung von Gewerbegebieten
Neben einzelnen Unternehmensflächen machen Unternehmen und Kommunen auch ganze Gewerbegebiete in WILA-Projekten gemeinsam grüner. Im Projekt „Grün statt Grau – Gewerbegebiete im Wandel“, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, haben 14 Partner aus Kommunen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft Wege erprobt, wie Kommunalverwaltung und Unternehmen Gewerbegebiete nachhaltig weiterentwickeln können. Dafür haben sie Parkplätze entsiegelt, Bäume gepflanzt, Nisthilfen aufgebaut, Gebäude begrünt. Außerdem haben sie Unternehmensnetzwerke gegründet und sich verwaltungsintern stärker vernetzt. Daraus entstanden ist das im Juni 2022 gelaunchte Netzwerk „Gewerbegebiete im Wandel“, das allen interessierten Kommunen Expertise und Austausch rund um nachhaltige Gewerbegebietsentwicklung anbietet. So sollen die guten Ideen rund um Strategien, Maßnahmen und Kampagnen für mehr Grüne Infrastruktur und Klimaresilienz auch in andere Städte getragen werden. Die Stadt Bonn engagiert sich hier mit dem Gewerbegebiet Beuel-Ost als Modellgebiet.
Kontakt beim Wissenschaftsladen (WILA) Bonn:
Franziska Böhm
0228/20161-32
franziska.boehm@wilabonn.de


