Potenzialcheck für Gewerbegebiete

Franziska Böhm
Wie lassen sich Gewerbegebiete nachhaltig weiterentwickeln? Dieser Frage geht das Projekt „Klimagerechtes Gewerbegebiet Beuel-Ost“ nach. Ein speziell dafür entwickelter Potenzialcheck der der TU Darmstadt ermöglicht eine Bewertung hinsichtlich Klimaanpassung, Biodiversität und Aufenthaltsqualität.
Die typologiebasierte Bewertungsmatrix umfasst die Themenfelder „Stadtklima und Rahmenbedingungen“, „Bau und Freiraumstruktur“ sowie „Entwicklung und Nutzung“. Auf Basis der Ergebnisse – die nach dem Ampelprinzip angezeigt werden – lassen sich gezielte Maßnahmen für die klimagerechte Umgestaltung von Gewerbegebieten ableiten.
Online-Debatte

Franziska Böhm
Wie können sich Bürger*innen und Wissenschaftler*innen auf Augenhöhe austauschen? Online-Debatte bieten dazu die Möglichkeit. Vor Ort diskutieren die Teilnehmenden aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft in Workshops jeweils ein Thema. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit für Interessierte, sich während und nach der Veranstaltung online in die Debatte einzubringen.
Online-Debatten als Beteiligungsinstrument wurden im EU-Projekt PERARES erprobt. Die Debatten befassten sich mit Themen, in denen man sich – wie z.B. bei der Nanotechnologie – von der Wissenschaft große Fortschritte erhofft, gleichzeitig aber Werte und Risikoeinschätzungen aus der Zivilgesellschaft eine wichtige Rolle spielen.
Klimakompetenz-Training

Franziska Böhm
Wie können wir uns klimagerecht verhalten? Was muss ich dafür wissen? Und welche Motivationsfaktoren sind zu berücksichtigen, wenn Wissen in Eigenengagement münden soll? Im EU-Projekt „Climateracy“ sammelt und entwickelt der WILA Bonn gemeinsam mit europäischen Partnern neue Lern- und Lehrstrategien zum Klimahandeln und führt diese in Trainingseinheiten für Lehrkräfte und Jugendliche zusammen.
Zum Online-Kurs gehören Videos, Quizze, Reflexionsfragen, inhaltlicher Input und viele weitere Formate, die den Teilnehmenden Wissen und Methoden für die Umsetzung des Gelernten in ihrem Unterricht vermitteln. Auf einer dazugehörigen Plattform haben die Teilnehmenden darüber hinaus die Möglichkeit, sich über Kursinhalte und die Umsetzung im Unterricht auszutauschen und gegenseitig zu inspirieren.
Interaktive Wanderausstellung

Franziska Böhm
Mit seinen Wanderausstellungen möchte der WILA Bonn Zukunft erzählen und seine Besucher*innen zum Nachdenken und Diskutieren anregen. Und diese Diskussionen sollen nachwirken, auch wenn die Ausstellung weiterzieht.
Über interaktive Elemente, Bildungsmaterialien zur Ausstellung oder begleitende Veranstaltungen versuchen wir, diesen Prozess zu befeuern. Der WILA Bonn konzipiert interaktive Wanderausstellungen für verschiedene Zielgruppen. Im EU-Projekt SPARKS wurden Besucher*innen eingeladen, sich mit dem Thema „Responsible Research and Innovation“ – verantwortungsvolle Forschung und Innovation in der heutigen Wissenschaft – auseinanderzusetzen. Ein Thema, das trocken wirkt, aber in der Ausstellung anhand von Fallbeispielen aus verschiedenen Ländern veranschaulicht, warum es so wichtig ist, dass Werte, Risikoeinschätzungen und Visionen der Zivilgesellschaft ein fester Bestandteil der Forschung werden.
Empowerment-Kampagne

Franziska Böhm
Unsere Kampagnen verfolgen das Ziel, Menschen zum nachhaltigen Handeln zu bewegen. Welche Anreize braucht es dafür? Welche Methoden, Kommunikationswege und Medien führen zum Ziel? Welche Strukturen müssen geschaffen werden, um nachhaltige Effekte zu erzeugen? Als entscheidend hat sich herausgestellt, dass diejenigen, die erreicht werden sollen, selbst in Aktion treten.
Ihre Ziele, Wünsche und Bedürfnisse bilden den Ausgangspunkt für die Kampagnenplanung und sie gestalten die Kampagne auch im weiteren Verlauf aktiv mit. Dabei erleben sie sich als selbstwirksam und motivieren wiederum andere zum Mitmachen. Ein gutes Beispiel ist die Kampagne „Tausende Gärten – Tausende Arten“. Im gleichnamigen Projekt hat der WILA Bonn eine breite naturnahe Gartenbewegung angestoßen.
Dillinger Modell

Franziska Böhm
Grünflächen gemeinsam planen – das geht mit dem Dillinger Modell.
Bei dieser Planungsmethode kommen Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft zu einem offenen Workshop zusammen. Erster Schritt im Planungsprozess ist das Denken mit den Händen. Die Teilnehmenden entwerfen gemeinsam Modelle. Im Projekt „PikoPark“ bauen Quartiersbewohner*innen beispielsweise mit Naturmaterialien ihren Wunsch-Park. Die Park-Modelle bilden ab, was die Menschen an Natur erleben möchten. Die Ergebnisse fließen in den Gestaltungsplan für einen Park im eigenen Wohnquartier ein. Das Dillinger Modell zielt also auf die Stärkung biologischer Vielfalt durch gemeinsame Gestaltung der eigenen Lebensumgebung.
Dialogformate für die Berufsorientierung

Franziska Böhm
Um realistisch einschätzen zu können, ob ein Beruf wirklich zu einem passt, braucht es den direkten Austausch mit Berufstätigen. Denn niemand sonst kennt sich im Arbeitsalltag besser aus. Und schon in 2-3 Stunden lassen sich Berufsbilder und Erfahrungen erfolgreich kommunizieren.
Mit ASK A WORKER, NAVIGATE A WORKER und HELP A WORKER hat der WILA Bonn im Projekt „Jobs ohne Kohle?“ drei Formate entwickelt, die Jugendlichen einen praxisnahen Dialog auf Augenhöhe mit jungen Berufstätigen aus der nachhaltigen Wirtschaft ermöglichen – analog, digital oder hybrid. Das Besondere: Die Jugendlichen gestalten den Austausch selbst mit. Nachhaltigkeitskonflikte bilden den Ausgangspunkt, um über Anspruch und Wirklichkeit im Berufsleben, biografische Wendepunkte, Berufsbilder und Karrieremöglichkeiten zu sprechen.
Design Thinking

Franziska Böhm
Mit dieser kreativen Methode lassen sich ungewöhnliche Lösungen aus Nutzersicht entwickeln.
Im Projekt „KlimNet“ waren das Ideen, wie jede und jeder Einzelne mit den bereits spürbaren Auswirkungen des Klimawandels umgehen kann. Design Thinking kombiniert schnelles Brainstorming mit dem tiefgehenden Hineinversetzen in die Bedürfnisse einer oder mehrerer „Personas“, die stellvertretend für die Zielgruppen entwickelt werden. Beim abschließenden Bau von Prototypenarbeiten die Beteiligten intuitiv und mit verschiedenen Sinnen. In „KlimNet“ haben die Teilnehmenden beispielsweise gemeinsam klimagerechte Stadtmodelle aus Naturmaterialen gebaut. So kommen sie schnell zu Ergebnissen und werden emotional für das Thema begeistert.
Co-Creation Ansatz

Franziska Böhm
Bei Co-Creation handelt es sich weniger um eine einzelne Methode als ein ganzes Methodenset, mit dem Innovationsprozesse gemeinsam gestaltet werden können. Verschiedene Akteur*innen mit unterschiedlichem Background – z. B. Bürger*innen, Wissenschaftler*innen – bringen in den Prozess gleichberechtigt ihre Perspektive ein.
So lassen sich Schaffensprozesse und -ergebnisse bedarfsgerechter, inklusiver, demokratischer und nachhaltiger gestalten. Oft wird Co-Creation mit anderen Ansätzen wie Design Thinking kombiniert und es gibt viele Umsetzungsmöglichkeiten. Im Projekt Allthings.bioPRO arbeiten wir beispielsweise mit Co-Creation Workshops, in denen wir Brainstormings, Zukunftsszenarien oder Persona-Entwicklungen einsetzen. Der WILA Bonn nutzt Co-Creation vor allem dazu, Bürgerbeteiligung zu ermöglichen. So können im erwähnten Projekt Bürgerinnen und Bürger biobasierte Wirtschaft und Forschung mitgestalten, indem sie ihre Wünsche und Ideen einbringen.
Berufsvideos

Franziska Böhm
Testimonials, Tutorials, Interviews: Der WILA Bonn experimentiert mit verschiedenen Videoformaten, um Berufsbilder ansprechend zu kommunizieren.
Im Rahmen der Berufsorientierungsinitiative „Energiewende schaffen“ wurden Videotestimonials gedreht – kurze Videos, in denen junge Leute ihre Arbeit für die Energiewende präsentieren. Für das Netzwerk Grüne Arbeitswelt haben wir die Jugendlichen selbst mit der Action-Kamera losgeschickt, um Berufstätige nachhaltig wirtschaftender Unternehmen bei ihrer Arbeit zu interviewen. Selbstreflexionsphasen vor der Kamera, in denen sich die Jugendlichen vor und nach dem Dreh mit ihren eigenen Nachhaltigkeitsambitionen im Beruf auseinandersetzen und das Erlebte kommentieren, machen die Videos besonders authentisch. Entstanden ist eine neunteilige Videoserie von Jugendlichen für Jugendliche.