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Ausgepackt: Unterrichtsvorschläge zum Thema Verpackungen und Umwelt/Klima

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Franziska Böhm

Wie können Plastik und Verpackungsmüll reduziert werden, um Natur und Umwelt zu schützen? Welche guten Ansätze gibt es heute schon? Was sollte in Zukunft verändert werden? Mit diesen Fragen haben sich Schülerinnen und Schüler ab 13 Jahren im dreijährigen Bildungs-Projekt „Ausgepackt“ beschäftigt. Die Projektbroschüre hat eine Reihe von in Schulworkshops (Projekttage oder -wochen) erprobte Module zu diesem Thema gesammelt. Die einzelnen Module können Sie je nach Anlass, Thema, Veranstaltung auswählen und kombinieren. Zu einigen Modulen gibt es außerdem Materialien, die in separaten Dateien zu finden sind

Projektbroschüre „Ausgepackt“


Handbuch für eine nachhaltige Kita: Praxisbeispiele zur Bildung für nachhaltige Entwicklung im Elementarbereich

Franziska Böhm

Das vorliegende Handbuch bietet pädagogischen Fachkräften geeignete Themen und Schwerpunkte zur Umsetzung von BNE in die KiTa-Praxis. Die praxisorientierten Beispiele sind den eingereichten Dokumentationen bzw. der individuellen Umsetzung in den jeweiligen KiTas entnommen. Die Beispiele sind in der Praxis erprobt, als dauerhafte Bildungsanlässe in die Tat umgesetzt worden und sie werden weiterentwickelt.

Handbuch „Nachhaltige Kita“


Berufsorientierung: Publikationen

Grundlage unserer Arbeit im Bereich der Berufsorientierung sind detaillierte Analysen des Arbeitsmarkts, die in verschiedenen Publikationen veröffentlicht wurden. Welche Berufe sind in einzelnen Branchen gefragt? Auf welche Qualifikationen legen grüne Unternehmen wert? Ergebnisse der Studien sind beispielsweise in die Konzeption des Serious Games „Serena Supergreen“ und den Aufbau des Berufsportals „Energiewende schaffen“ geflossen. Eine kleine Übersicht:

  • Zum Einfluss eines Nachhaltigkeitsbezugs auf die Wahl technischer Berufe (2016)
  • Technische Ausbildungsberufe im Bereich Erneuerbare Energien (2016)
  • Berufs- und Karriereplaner Erneuerbare Energien (2013)
  • Studiengangsliste Erneuerbare Energien (2013)
  • Pilotstudie "Wer schafft die Energiewende" (2012-2013)
  • Arbeitsmarktmonitoring Erneuerbare Energien (2010)
  • Zukunftsberufe Erneuerbare Energien - Ausbildung und Beschäftigung in der Region Köln/Bonn
  • Statusbericht Erneuerbare Energien (2007)
  • Statusanalyse Windenergie (2006)
    (siehe: https://www.wilabonn.de/themen/erneuerbare-energien/berufsorientierung.html)

Berufsorientierung: Projekte

Umfassende berufliche Orientierung – das steht im Mittelpunkt des Bereichs Berufsorientierung. Drei thematische Schwerpunkte verfolgt der WILA Bonn in seinen Projekten: Was sind nachhaltige Berufsfelder? Wie informiert und motiviert man Jugendliche zu einem Beruf im Bereich Umwelt- und Klimaschutz? Und wie unterstützt man am effizientesten den Wandel in kleinen Unternehmen?

  • MARLA (2019-2022)
  • Netzwerk Grüne Arbeitswelt (2017-2020)
  • MitEffekt – Evaluation von „Serena Supergreen“ (2017-2019)
  • Serena (2015-2017)
  • Energiewende schaffen (2014-2017)
  • Allianz für Zukunftsberufe (2010-2012)
  • Job- und Bildungsmessen (2004-2012)
  • Galerie der Zukunftsberufe (2009)
  • Taste EE (2011)

Foto: © Sandra Sieber

RE-BUILD-OWL – auf dem Weg zur zirkulären Bauwirtschaft

Foto: © Sandra Sieber
Foto: © Sandra Sieber

Franziska Böhm

Trotz massiv schwindender Ressourcen gelangt nur ein kleiner Teil der eingesetzten Rohstoffe wieder in den Produktionsprozess zurück. Das gilt auch für die Bereiche Bauen und Sanieren: Um eine wirkungsvolle Ressourcenwende zu erreichen, braucht es hier grundlegend neue Ansätze. Das Projekt RE-BUILD-OWL geht diesen Wandel zu einer Kreislaufwirtschaft in der Modellregion Ostwestfalen-Lippe an.Dafür entwickelt das Projekt eine kommunale Innovations- und Transferplattform sowie eine gemeinsame Roadmap mit Verbänden, Kammern, Unternehmen und den Planungsabteilungen der Kommunen.

Stahl, Zement, Energie: Die Bauindustrie verbraucht erhebliche Ressourcen. Alleine Bauabfälle wie Bauschutt oder Straßenaufbruch stellen rund 60 Prozent des gesamten Abfallaufkommens in Deutschland. Dabei lassen sich viele dieser Ressourcen durch langlebiges Design, sortierbare Produktion, alternative Materialien, rücknahmeorientierten Handel, bewussten Konsum, Wiederverwertung etc. als Teil einer Kreislaufwirtschaft / Circular Economy reduzieren Dafür entwickelt das Konsortium „Lippe zirkulär“ jetzt gemeinsam mit dem Wissenschaftsladen (WILA) Bonn und dem Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) Lösungsansätze mit dem Ziel einer digitalen Austausch- und Informationsplattform sowie einer gemeinschaftlich entwickelten Strategie für kommunale Gebäude.

Ein digitaler Baumarkt mit Zukunftsatlas

Die digitale Plattform soll Kommunen in der Region Ostwestfalen-Lippe die Möglichkeit bieten, ihre eigenen Bautätigkeiten und Vernetzungsaktivitäten auszubauen. Das Projekt schafft dafür einen digitalen Baumarkt auf Basis der Stoffströme. Anhand von Modellgebäuden entstehen Muster für digital unterstütztes Planen, Bauen, Sanieren und Rückbauen. Ein digitaler Zukunftsatlas als Teil der Transferplattform soll regionales Wissen in dem Bereich weiter bündeln. In Zusammenarbeit mit den bestehenden regionalen Branchennetzwerken ermöglicht dies den Kommunen zukünftig einen zunehmenden Anteil ihrer Immobilienbewirtschaftung digital und zirkulär zu handhaben.

Prozessentwicklung auf Augenhöhe: Entscheidungsroutinen durchbrechen

Damit die im Projekt entwickelten Strategien auch auf lange Sicht von der gewerblichen und privaten Immobilienbranche umgesetzt werden können, bezieht das Projekt die Akteur*innen schon bei der Plattformentwicklung ein. Das Projekt wird zu Beginn Anforderungen und Bedürfnisse in Kommunen, Brancheninitiativen und Gremien abfragen. Ebenfalls werden Kommune und Immobilienwirtschaft gemeinsam Visionen entwickeln, Kennzahlen, Monitoring- und Reporting-Strukturen schaffen. Die am Ende stehende Roadmap „Zirkuläres Bauen OWL“ mit Bildungsangeboten soll die Grundlage stellen, um die entwickelten Strategieelemente in die Immobilienbranche zu übertragen.

Einzigartiges Konsortium

Initiiert wurde der Projektansatz von „Lippe zirkulär“ mit Geschäftsstelle im Kreis Lippe. Das derzeit deutschlandweit einzigartige Konsortium vereint über 30 lokale und regionale Akteur*innen und Netzwerke aus Wirtschaft, Gesellschaft, Forschung sowie kommunaler Politik und Verwaltung. Der Kreis Lippe formuliert in seinem Zukunftskonzept 2025 explizit das Initiieren und Unterstützen einer Circular Economy mit konkreten Anwendungsfällen – insbesondere in der öffentlichen Verwaltung.

Aufgaben und Erfahrungen des WILA Bonn

Der WILA Bonn führt im Projekt die Workshops und Fokusgruppen für die Entwicklung der Plattform und des Roadmappings durch. Ebenfalls kümmert er sich um die Auswahl der Akteur*innen für die Netzwerkbildung, evaluiert Veranstaltungsformate, beteiligt sich an der Feinkonzeption des Zukunftsatlas und unterstützt bei Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit.

Dabei kann der WILA Bonn auf seine methodische Erfahrung aus dem transdisziplinären Projekt „Gewerbegebiete im Wandel“ (2016-2022) zurückgreifen, in dem Unternehmen mit den Kommunen Gewerbegebete im Bestand gemeinsam nachhaltig weiterentwickeln. Aus den Projekten „KlimNet” zur Klimaanpassung (2017- 2020) sowie dem Citizen Lab zur partizipativen Forschung mit der HS Bonn/Rhein-Sieg (Innovative Hochschule) bringt der WILA Bonn seine Erfahrung in der Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft mit.

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Projektüberblick

Laufzeit: Oktober 2021 – September 2023
Förderer: Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat im Rahmen von Region gestalten – Heimat 2.0.

SDGs

RE Build

Ansprechpartner

Gerald Knauf
(0228) 20161-21
gerald.knauf@wilabonn.de

Förderer

Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat im Rahmen von Region gestalten – Heimat 2.0.

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BNE als Zukunftsaufgabe im WILA Bildungszentrum

Franziska Böhm

Ob beim Klimawandel oder der eigenen Gesundheit: Menschen wollen ihre eigene Zukunft aktiv mitgestalten. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) will genau dazu befähigen. Wie sich dieses Anliegen methodisch in Weiterbildungsangeboten umsetzen lässt, erproben die LAAW NRW, das Bildungswerk des Bielefelder Schulvereins (bibis), die Akademie Off-Theater nrw und das WILA Bildungszentrum im zweiten Halbjahr 2021 – vernetzt und partnerschaftlich.

Besonders konzentrieren sich die Partner*innen dabei auf Gesundheit, Kultur und Artenvielfalt. Am letzteren Punkt setzt das WILA Bildungszentrum an. In den im Projekt „Treffpunkt Vielfalt – PikoPark“ des WILA Bonn gestalteten kleinen naturnahen Parks zwischen Wohnhausriegeln organisiert das WILA Bildungszentrum Workshops, die Kindern wie Erwachsenen vermitteln wollen, dass sie in ihrem direkten Wohnumfeld etwas gegen den Klimawandel und für mehr biologische Vielfalt tun können. Basierend auf den Erfahrungen wollen die WILA-Projektmitarbeitenden Gelingensfaktoren für BNE identifizieren und weiterentwickeln.

Die beiden andere Projektpartner*innen erarbeiten diese Gelingensfaktoren mit Tanzpädagog*innen und Menschen in Einrichtungen für Senior*innen (Akademie Off-Theater nrw) sowie in Debattierclubs innerhalb von Deutsch-Sprachkursen, die die Teilhabe und Integration nachhaltig steigern sollen (bibis). Ziel ist es immer, zu erkunden, was Menschen zum Nachdenken anregen und zu nachhaltigen Verhaltensveränderungen motivieren kann. Am 17. Januar 2022 wurde dies in einer öffentlichen Abschlussveranstaltung zusammengetragen und diskutiert.

Erfahrungen des WILA Bonn

Im Projekt kann das WILA Bilungszentrum auf seine jahrelange Erfahrung im Bereich BNE zurückgreifen. In anderen Projekten erarbeitet der WILA Bonn beispielsweise, welche Kompetenzen Studierende im Themenbereich Klimawandel erwerben sollten, bilden KiTa-Mitarbeitende für mehr Nachhaltigkeit aus oder entwickeln Citizen Science-Formate, die BNE-Kriterien berücksichtigen.

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Förderer

Ministerium fuer Kultur und Wissenschaft NRW

Allthings.bioPRO: Von göttlichen Wesen und der Rettung der Erde

Franziska Böhm

Bürger*innen – auch in Bonn – haben im EU-Projekt „Allthings.bioPRO” des Wissenschaftsladen (WILA) Bonns Konzepte für ein digitales Spiel zu Bioökonomie entwickelt. Mit diesem Spiel können sie auch den Kurs der wachsenden Branche mitgestalten. Der WILA Bonn hat den Beteiligungsprozess zwischen Januar und September 2021 koordiniert und zusätzlich das Spielthema Berufseinstieg in die Bioökonomie betreut.

Eine von Menschen nicht nachhaltig bewirtschaftete Welt und Halbgötter und –göttinnen, die eigentlich auf die Erde geschickt wurden, um den Untergang der zerrütteten Welt anzukündigen. Angekommen, fühlen sie mit den Menschen und der Natur und begeben sich auf die Mission ‚Rettung der Erde‘. Aber als Strafe der Götter verlieren sie ihre Superkräfte. Diese heißt es zurückzugewinnen, während die Erde nachhaltig umgebaut wird. Das ist nur eine von mehreren Geschichten, die sich Menschen im Projekt „Allthings.bioPRO“ ausgedacht haben. In Gruppendiskussionen und Kreativ-Workshops kamen Bürger*innen mit Vertreter*innen aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik in sieben Regionen Europas – inklusive Bonn – zusammen, um gemeinsam Konzepte für ein sogenanntes Serious Game zu Bioökonomie zu entwickeln. Serious Games sind besondere (digitale) Spiele, da sie zu Lern- und Trainingszwecken eingesetzt werden.

Bürger*innen entwickeln Spielidee von Anfang an aktiv und gleichberechtigt

Die Idee, die hinter dem Beteiligungsprozess steht: Die Menschen, die mit diesem Spiel die Bioökonomie kennenlernen, können damit auch ihre Ideen, Perspektiven und Bedarfe von Anfang an in die noch junge Branche einbringen. Das ist sehr wichtig, denn bisher wissen nur wenige Menschen, was es mit Bioökonomie und ihren Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen auf sich hat. Und damit verbunden wissen Produktentwickler*innen wenig über die Erwartungen und Anforderungen von potenziellen Verbraucher*innen.

Um das zu ändern, wird es im Spiel vier Themenbereiche geben: Lebensmittelverpackungen, Mode und Textilien, Bioökonomie für Kinder und Schulen und der Berufseinstieg in die Arbeitswelt der Bioökonomie. Es geht um Fragen wie: Aus welchen Materialien können Verpackungen bestehen, die wirklich nachhaltig sind? Welche Jobprofile gibt es in der Bioökonomie? Die Workshop-Teilnehmenden haben gemeinsam Ideen für das Genre, das Spielziel, die Geschichte, den Spielablauf und die Spielregeln, aber auch für die Spielwelt, die Charaktere oder Soundeffekte und Technikanforderungen entwickelt.

Erste Version des Spiels ab November in Produktion

Ende September haben die Workshop-Teilnehmer*innen neun verschiedene Spielkonzepte für die vier Themenbereiche an die Spielentwicklerin weitergegeben. Sie integriert jetzt die verschiedenen Ideen zu einem ersten Vorschlag. Im November diskutieren die Workshop-Teilnehmenden dann diese erste Version gemeinsam mit dem Entwickler-Team in sogenannten Co-Design Meetings und entwickeln sie nach ihren Vorstellungen weiter. Eine erste Beta-Version soll Ende 2022 getestet werden. Das Spiel wird im Frühsommer 2023 veröffentlicht. Allthings.bioPRO wird von der Europäischen Kommission im Forschungsrahmenprogramm Horizont 2020 gefördert. Das Projekt läuft noch bis August 2023.

Kontakt beim Wissenschaftsladen (WILA) Bonn

Tabea Waltenberg
tabea.waltenberg@wilabonn.de
(0228) 20 161-29


PikoParks: Wissenschaftsladen Bonn erhält European Award for Ecological Gardening

Franziska Böhm

Der Anerkennungspreis des European Award for Ecological Gardening geht in diesem Jahr an den Wissenschaftsladen (WILA) Bonn für das bundesweite Modellprojekt „Treffpunkt Vielfalt – PikoPark“ im Bundesprogramm Biologische Vielfalt. Das Besondere an den fünf kleinen PikoParks, die im Rahmen des Projektes in Wohnquartieren angelegt wurden: Mit einer Landschaftsplanerin und in Kooperation mit Wohnungsbauunternehmen haben Mieter*innen ihre Park-Idee selbst entworfen und in die Realität umgesetzt – und dabei Oasen für Insekten und Vögel geschaffen.

Zwischen Hochhäusern bleibt meist kein Platz für einen Park oder kleine Gärten. Eine Ausnahme hiervon: die PikoParks. Auf jeweils rund 300 Quadratmetern sind in verschiedenen Wohnquartieren in Bonn, Dortmund, Erfurt, Remscheid und Speyer diese kleinen Erholungsorte für Mensch und Natur entstanden. Der Wissenschaftsladen (WILA) Bonn hat dabei die Mieter*innen und Anwohnenden im gesamten Gestaltungsprozess von Anfang an einbezogen. Weil sie dabei ausschließlich einheimische Wildpflanzen genutzt und Trockenmauern, Wildbienen-Nisthilfen sowie weitere naturnahe Gestaltungelemente gebaut haben, liefert jeder PikoPark verschiedene Lebensräume und Futter für vielfältige Tierarten.

Kombination aus Beteiligung und biologischer Vielfalt liefert echten Mehrwert

Dass diese Kombination aus Teilhabe und Ökologie einen echten Mehrwert für Mensch und Umwelt bietet, findet auch „Natur im Garten“, vertreten durch das Land Niederösterreich, der Verein „European Garden Association – Natur im Garten International“ und die „Natur im Garten“ GmbH. Deshalb haben sie das Projekt mit dem Anerkennungspreis des European Award for Ecological Gardening 2021 ausgezeichnet. Mit diesem Award prämieren sie seit 2015 Projekte, die das ökologische Gärtnern zur Grundlage haben. Projekte aus 11 Ländern wurden eingereicht, insgesamt 30 Projekte waren in diesem Jahr in drei Kategorien nominiert. Der Anerkennungspreis würdigt den Beitrag von fünf eingereichten Projekten neben den mit dem Siegerpreis ausgezeichneten Beiträgen.

Dritte große Auszeichnung für „Treffpunkt Vielfalt-PikoPark“

Der Anerkennungspreis des European Award for Ecological Gardening ist schon die dritte große Auszeichnung, die der WILA Bonn für das Projekt „Treffpunkt Vielfalt – PikoParks“ erhalten hat. 2019 wurden die PikoParks als Projekt der UN Dekade Biologische Vielfalt gewürdigt und 2020 erhielt das Vorhaben den Deutschen Lokalen Nachhaltigkeitspreis „ZeitzeicheN“. Gefördert werden die PikoParks im Bundesprogramm Biologische Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums. In der nun beginnenden zweiten Projektphase bietet der WILA Bonn Informations- und Schulungsveranstaltungen an, um weitere Wohnungsunternehmen zur Nachahmung anzuregen und bei der Umsetzung zu begleiten.

Ansprechpartnerin beim WILA Bonn:

Birgit Netz-Gerten
0228 201 61-59
birgit.netz@wilabonn.de


Aufruf zum Mitdenken bei der Citizen Science-Strategie 2030

Franziska Böhm

115 Organisationen aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft – darunter der Wissenschaftsladen (WILA) Bonn – haben über ein Jahr lang formuliert, was erfolgreiche Bürgerwissenschaft ausmacht. Nun sind Bürger*innen, Wissenschaftler*innen und Organisationen gefragt, die Texte bis 30. September zu ergänzen und zu kommentieren. Das daraus entstehende Weißbuch wird der Politik übergeben, um Bürgerwissenschaften voranzubringen.

Ob Bodenproben nehmen, seltene Krankheiten tracken oder Forschungsfragen rund um eine klimagerechte Stadt entwickeln – Bürger*innen und Wissenschaftler*innen forschen in vielen Bereichen gemeinsam und erzielen wissenschaftliche Ergebnisse, die ohne die zivilgesellschaftlichen Akteur*innen nicht möglich wären. Aber wie kann und sollte die Zusammenarbeit in dieser sogenannten Citizen Science/Bürgerwissenschaft ablaufen? Dafür entwickeln seit 2020 Mitglieder aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft das Weißbuch Citizen-Science-Strategie 2030 für Deutschland.

Handlungsempfehlungen zu Organisation, Finanzierung und Vernetzung

Für insgesamt 15 Handlungsfelder haben über 150 Teilnehmende 98 Handlungsempfehlungen diskutiert und niedergeschrieben. Es geht bei den Empfehlungen um Themen wie die Grundregeln der Zusammenarbeit, die Stärkung von Förderinstrumenten, aber auch die Integration in Forschungs- und Entscheidungsprozesse oder Bildungskonzepte. Ebenfalls gibt es einzelne Kapitel zu Forschungsfeldern, in denen die Zusammenarbeit von Gesellschaft und Wissenschaft besonders vielversprechende Ergebnisse liefern kann wie Medizin und Gesundheit oder künstliche Intelligenz.

Wissenschaftsskepsis abbauen

Neu hinzugekommen im Vergleich zum vorangegangenen Grünbuch ist das Kapitel „Archive, Bibliotheken, Museen und Wissenschaftsläden“, an dem die Geschäftsführerin des WILA Bonn, Dr. Anke Valentin, als Autorin mitgeschrieben hat. „Da Organisationen wie Museen oder Wissenschaftsläden sowieso schon in engem Kontakt mit der akademischen Wissenschaft auf der einen und Bürger*innen auf der anderen Seite stehen, bringen gerade sie ideale Voraussetzungen mit, um beide Seiten für Citizen Science an einen Tisch zu bringen“, sagt Valentin. Dieses gemeinschaftliche Forschen kann laut den Autor*innen dann auch dabei helfen, Wissenschaftsskepsis abzubauen.

„Laien“ und „Profis“ brauchen Lernbereitschaft

Außerdem können diese Organisationen mit ihren beteiligungsorientierten Methoden den Raum dafür schaffen, dass Wissenschaft und Gesellschaft gemeinsame und spezifische Ziele festsetzen, und um Lernprozesse auf beiden Seiten anzustoßen. Denn für eine gemeinsame Zielsetzung müssen beide Seiten auch bereit sein, sich auf Interessen und Bedürfnisse anderer einzulassen – und ggf. auch Fragestellungen oder Forschungsdesigns anzupassen, wenn sich herausstellt, dass andere Perspektiven oder Herangehensweisen zu situationsgerechteren oder wissenschaftlich valideren Ergebnissen führen. „Die große Chance der Bürgerwissenschaften liegt darin, dass akademische Wissenschaft und Zivilgesellschaft voneinander lernen können, aber auch müssen, wenn der Prozess denn erfolgreich laufen soll“, so Valentin.

Kommentare bis 30. September

Damit die Empfehlungen gesellschaftlich noch auf breitere Füße gestellt werden, laden die Autor*innen dazu ein, den Weißbuch-Entwurf zu ergänzen und zu kommentieren. Interessierte können die Kommentare bis 30. September auf der Website des Weißbuchs (https://www.citizen-science-weissbuch.de/)  direkt hinterlassen. Nach der Einarbeitung des Feedbacks wird das Weißbuch dann an die Politik übergeben werden.

Der Weißbuchprozess wird gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Weitere Informationen:

Website des Weißbuchs: https://www.citizen-science-weissbuch.de/
Website der AG des Weißbuchs bei der Plattform Bürger schaffen Wissen: https://www.buergerschaffenwissen.de/netzwerk/ag-weissbuch/online-konsultation

Kontakt beim Wissenschaftsladen (WILA) Bonn

Dr. Anke Valentin
0228 / 20161-23
anke.valentin@wilabonn.de


Foto: © WILA Bonn

Klimagerechtes Gewerbegebiet Beuel-Ost

Foto: © WILA Bonn
Foto: © WILA Bonn

Franziska Böhm

In einem der größten und ältesten gewachsenen Gewerbegebiete der Bundesstadt Bonn, dem Gebiet Beuel-Ost, hat die Stadt Bonn zusammen mit dem Ingenieurbüro Gertec und dem WILA Bonn ein Modellprojekt begonnen. Zusammen mit interessierten Unternehmen identifizieren die Partner*innen, wie sich das Gebiet im Bestand klimagerecht weiterentwickeln kann. Schlüsselelemente sind Potenzial-Checks und das Anstoßen von Maßnahmen für eine höhere Standortqualität, eine bessere Freiraumstruktur, optimierten Energieverbrauch und bessere Ausnutzung der Energiegewinnung.

Das Projekt im Gewerbegebiet Beuel-Ost stützt sich im Wesentlichen auf folgende Arbeitsbausteine bzw. Schwerpunkte, die an unterschiedlichen Stellen ineinandergreifen und sich gegenseitig bedingen: Energie, Wasser, Fläche, Abfall und Mobilität

Diese Themen haben die Partner*innen bereits als Schwerpunktbereiche identifiziert und sie bilden verbunden mit dem Klimaschutzkonzept die Ausgangsbasis für das Vorhaben. Die Ausdifferenzierung der Schwerpunktbereiche und die daraus abgeleiteten Maßnahmen werden gebietsspezifisch mit den Unternehmen vor Ort festgelegt. Dabei handelt es sich um Maßnahmen, die auf dem Gelände, am Gebäude oder innerhalb der Belegschaft (z. B. Mobilitätsmanagement) umgesetzt werden können und nicht um Veränderungen der Produktionsabläufe und -prozesse. Diese kann das Projekt jedoch mit anstoßen und an Fachfirmen vermitteln.

Gebietsmanagement: Beratung, Begleitung, Betreuung

Persönlicher Kontakt mit den Unternehmen, Präsenz vor Ort sowie Begleitung bei der Umsetzung sind wesentlich, um sichtbare und dauerhafte Veränderungen zu bewirken. Je nach Bedarf bezieht das Projekt dabei auch Mitarbeiter*innen der gebietsansässigen Firmen ein, um Maßnahmen passgenau zu entwickeln und die Identifikation mit der eigenen Firma und dem Arbeitsort zu verbessern. In den acht Monaten bis zum Jahresende ist hier lediglich ein Anfang möglich, aber dieser Auftakt ist ein wichtiger Wegbereiter für potenziell folgende Monate des Gebietsmanagements.

Netzwerk und Austausch zwischen den Unternehmen

Das Netzwerk zwischen den Unternehmen wird ausgehend von einem Kern engagierter Unternehmen weiter ausgebaut und bietet durch verschiedene Veranstaltungsformate und Beratungsangebote stetig die Einladung zur Erweiterung. In den ersten acht Monaten der Projektlaufzeit identifiziert das Projekt erste Schlüsselunternehmen und legt ein Portfolio von Veranstaltungsformaten und Beratungsangeboten fest. Im Dezember 2021 werden nach Durchführung der ersten Veranstaltungen und Beratungen Empfehlungen für Formate und Angebote gegeben und das Portfolio entsprechend für eine weitere Phase angepasst.

Ist und Potenzialanalysen des Gebietes

Anhand vorliegender Karten (z. B. Klimaanalysekarte), Luftbilder und Begehungen sowie Diskussion der Ergebnisse mit den Unternehmensvertreter*innen führt das Projekt einen Potenzialcheck des Gewerbegebietes durch. Bezogen auf das Gebiet als Ganzes stehen dabei zu Beginn die Potenziale bezogen auf Dachbegrünung, Photovoltaik, ÖPNV, Aufenthaltsqualität und Begrünung insgesamt im Fokus. In nachfolgenden Phasen werden dann nach und nach auch andere Potenziale mit betrachtet, wie Abfallmanagement, Energieeffizienz, Mobilität.

Angebot für Unternehmen

Inhaltlich abgestimmt auf den Potenzialcheck des Gebietes berät und begleitet das Projekt Unternehmen und bezieht damit auch die Parzelle als Raum ein, der nicht mehr in direktem Einflussbereich der Kommune steht. Die Beratung und deren Vermittlung umfassen dabei die fachlichen Kompetenzen des WILA Bonn zum Management von Fläche und Wasser sowie Beratungsleistungen der Gertec GmbH zu Energie, Abfall und Mobilität. Darüber hinaus werden Expertise und Beratungsangebote der Bonner Energieagentur, der Wirtschaftsförderung, anderer Fachbereiche der Stadtverwaltung und der Stadtwerke Bonn vermittelt.

Derzeit werden Gespräche mit potenziellen Modellunternehmen geführt. Interessierte können sich gerne melden. Das Spektrum der Beratungsangebote umfasst:

  • Begrünungspotenzial Firmengelände
  • Baulicher/sommerlicher Wärmeschutz
  • Einbindung Belegschaft: Gesundheit, Mobilität, Aufenthaltsqualität
  • PV-Eignung
  • Elektromobilität und Photovoltaik
  • Mobilitätsmanagement/Elektromobilität
  • Energiebeschaffung
  • THG-Bilanzen nach GHG-Protokoll
  • Ressourceneffizienz
  • Effizienzmaßnahmen für Querschnittstechnologien
  • Effiziente Beleuchtung
  • Abfallmanagement

Hinweise zu einschlägigen Fördermöglichkeiten der Stadt Bonn:

Förderprogramm Dach- und Fassadenbegrünung

Förderung Entsiegelung

Förderung Photovoltaik

Beratungs- und Contractingangebote der SWB

Broschüre


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