Treffpunkt Vielfalt – PikoPark

Annika Schneider
Ein kleiner Spaziergang, den Duft von Blumen genießen, Natur erleben: Naturnah gestaltete Flächen können in unseren Städten maßgeblich zur Lebensqualität beitragen. Wohnungsnah gelegen fördern sie nicht nur die biologische Vielfalt, sondern bringen den Anwohnerinnen und Anwohnern auch Natur direkt vor die Haustür. Das bundesweite Pilotprojekt „Treffpunkt Vielfalt – PikoPark“ gestaltet gemeinsam mit Wohnungsunternehmen, deren Mieterinnen und Mietern fünf gleichnamige Parks – mit Mehrwert für Menschen, Pflanzen und Tiere. Als Erholungs- und Begegnungsorte in städtischen Wohnquartieren tun sie dem sozialen Miteinander gut, helfen bei der Klimaanpassung und fördern die Artenvielfalt.
Das Projekt zielt darauf ab, Bürger*innen durch Informations-, Bildungs- und partizipative Veranstaltungen selbst in die Lage zu versetzen, ihre Umgebung naturnah zu begrünen, nach ökologischen Gesichtspunkten zu pflegen und vor allem zu gestalten. So entstehen – ganz im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung – Modellflächen für kleine, mit heimischen Pflanzen naturnah gestaltete Parks. Wohnungsunternehmen können auf den von ihnen verwalteten Flächen maßgeblich dazu beitragen, die städtische Lebens- und Wohnqualität zu verbessern. Das Verbundprojekt „Treffpunkt Vielfalt“ führt der WILA Bonn zusammen mit der Berliner Stiftung Mensch und Umwelt durch. In dem Teilprojekt „Treffpunkt Vielfalt – PikoPark“ entstehen Modellflächen für kleine, naturnah gestaltete Parks. Kooperierende Wohnungsunternehmen stellen hierfür jeweils eine Fläche von ca. 300 Quadratmetern zur Verfügung. Neben der Förderung der biologischen Vielfalt stehen in dem Teilprojekt das Wohlbefinden der Mieterinnen und Mieter und ihre aktive Beteiligung im Vordergrund.
Schmetterlinge, Bienen und Vögel schützen
In Erfurt, Dortmund und Bonn sind 2018 die ersten drei PikoParks entstanden. Im Jahr 2019 folgen Parks in den Städten Remscheid und Speyer. Mieterinnen und Mieter sowie Anwohnerinnen und Anwohner sind eingeladen, an der Entstehung des kleinen Parks in ihrem Wohnquartier mitzuwirken. Sie bekommen keine vollendete Planung vorgesetzt, sondern können sich bei der Planung, Gestaltung und Pflege der Fläche aktiv einbringen. Unter fachlicher Leitung wird über zwei bis drei Jahre gemeinsam geplant, gestaltet und gepflegt. Mitmachaktionen laden dazu ein, altbekannte oder neue Nachbarn zu treffen und mehr über die heimische Natur zu erfahren.
Schmetterlinge, Bienen und Vögel finden in exotischen und hochgezüchteten Pflanzen wie zum Beispiel Thuja oder Forsythien nicht das, was sie zum Leben brauchen. Heimische Bäume, Sträucher und Blumen, wie Eberesche, Wacholder oder Wildrose dagegen versorgen Tiere mit nahrhaften Beeren, Blütennektar und Lebensraum. Sie stärken die Vielfalt der standorttypischen Natur. In Workshops, bei Mitmachaktionen und bei Festen erfahren und erleben die Beteiligten hautnah, was „naturnahe Gestaltung“ bedeutet.
Modellprojekt für mehr PikoParks
In einem praxisorientierten Handlungsleitfaden werden die Ergebnisse des Verbundprojektes am Ende zusammengeführt. Ziel ist, dass die Idee begeistert und zur Nachahmung anregt. Wohnungsunternehmen, Mieterinnen und Mieter, Gartenbaubetriebe und weitere Interessierte finden dort konkrete Hilfestellungen zur Gestaltung naturnaher Flächen in Wohnquartieren. Neben den Beispielflächen für den Grünflächentyp finden Sie hier auch die Erfahrungen aus den Beteiligungs- und Umsetzungsprozessen mit den Anwohnerinnen und Anwohnern vor Ort.
Weitere Informationen zu Terminen und Aktivitäten finden Sie auf https://www.pikopark.de
Projektüberblick
| Laufzeit: | September 2017 – August 2023 |
| Förderer: | Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit |

SDGs

Ansprechpartnerinnen
Birgit Netz-Gerten
(02 28) 201 61-59
birgit.netz@wilabonn.de
Michaela Shields
(02 28) 201 61-48
michaela.shields@wilabonn.de
Carola Lehmann
(02 28) 201 61-42
carola.lehmann@wilabonn.de
Informationen
Aktuelles aus Bonn
Aktuelles aus Dortmund
Aktuelles aus Erfurt
Aktuelles aus Remscheid
Aktuelles aus Speyer
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf https://www.pikopark.de
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Verbundpartner

Förderer
Gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Tweets und Meldungen zum Projekt müssen nicht mit der Auffassung des Zuwendungsgebers übereinstimmen.
Allthings.bioPRO – Bürger*innen gestalten die Bioökonomie mit Serious Game und App

Annika Schneider
Allthings.bioPRO will auf die Bioökonomie und ihre Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen aufmerksam machen – und Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geben, ihre Ideen und Anforderungen bei der zukünftigen Gestaltung der Branchen und Forschung einzubringen. Dafür entwickelt das Projekt gemeinsam mit Bürger*innen ein Computerspiel und eine Smartphone-App.
Verpackungen aus Gras, Fahrräder aus Holz: Um die Wirtschaft nachhaltiger und „grüner“ zu machen, nutzen Produzent*innen bei der Entwicklung und Herstellung von Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen – sogenannten biobasierten Produkten – die Kreisläufe der Natur. Jedoch kennen bisher nur wenige Menschen diese Innovationen aus der Bioökonomie. Und damit verbunden wissen Produktentwickler*innen wenig über die Erwartungen und Anforderungen von potenziellen Verbraucher*innen. Um das zu ändern, bauen die Projektpartner*innen im Projekt „Allthings.bioPRO – Game Changer for the bio-based economy“ gemeinsam mit Bürger*innen aus acht verschiedenen Regionen Europas ein Serious Game und eine Smartphone App.
Mehr Informationen zu Verpackungen, nachhaltiger Mode oder Jobs in der Bioökonomie
Ein Serious Game ist ein Computerspiel, mit dem man auf spielerische Weise Wissen und Kompetenzen erwerben kann. Im Serious Game und der App von Allthings.bioPRO sollen Bürger*innen mehr Informationen über biobasierte Produkte und die Bioökonomie an sich erhalten können. Dabei werden sich beide Anwendungen auf die alltagsnahen Themen biobasierte Lebensmittelverpackungen, nachhaltige Mode, biobasierte Produkte für Kinder und Schulen sowie Jobs und Karrieren in der Bioökonomie konzentrieren. Es geht um Fragen wie: Aus welchen Materialien kann Mode bestehen, die wirklich nachhaltig ist? Welche Jobprofile gibt es in der Bioökonomie?
Eigene Ideen rund um biobasierte Produkte einbringen
Darüber hinaus sollen Serious Game und App aber auch direkt die Möglichkeit geben, die biobasierte Wirtschaft und Forschung mitzugestalten. Deshalb werden sie auch Meinungen und Ideen rund um das Thema Bioökonomie sammeln: Wünschen sich Bürger*innen z. B. nachhaltigere Verpackungen für Essenslieferungen? Oder wollen sie mehr darüber erfahren, wo sie fair hergestellte Mode in ihrer Stadt finden können? Damit beide Anwendungen die Bedürfnisse und Wünsche der Zielgruppe so gut wie möglich erfassen, werden Bürger*innen ebenso wie Vertreter*innen aus Politik, Wirtschaft, Industrie und Wissenschaft auch bei der Entwicklung des Spiels beteiligt sein. Dafür werden die Projektpartner*innen Workshops und Fokusgruppen in acht verschiedenen Regionen Europas durchführen. Gegen Ende des Projekts können interessierte Bürger*innen überdies einem Bürgeraktionsnetzwerk beitreten, das regelmäßig Meinungen und Positionen zu Themen der Bioökonomie entwickeln soll.
Erweiterung von BioCannDo
Allthings.bioPRO kann als Nachfolgeprojekt von BioCannDo verstanden werden: Die ursprüngliche Plattform www.allthings.bio wird auch der primäre Kommunikationskanal von allthings.bioPRO sein und Informationen rund um das Thema bereitstellen.
Aufgabe des WILA Bonn
Der WILA Bonn erarbeitet das Konzept dafür, wie sich Bürger*innen bei der Entwicklung des Serious Games einbringen können und verantwortet die Entwicklung der „Mission“ rund um das Thema Jobs und Karrieren in der Bioökonomie. Hier können die Projektverantwortlichen im WILA Bonn auf ihre Erfahrungen aus anderen Projekten im Bereich Bioökonomie, in der Entwicklung von Serious Games zur Berufsorientierung und diverse Projekte im Bereich Jobs im Klima- und Umweltschutz und Arbeitsmarkt Erneuerbare Energien zurückgreifen.
Projektüberblick
Projektkoordination
Förderer

Gefördert wird Allthings.bioPRO von der Europäischen Kommission im Forschungsrahmenprogramm Horizont 2020 ((Project ID H2020-887070).
Bürgerenergiegenossenschaften als Promotoren der Energiewende

Annika Schneider
Um die Energiewende zu schaffen, braucht es Bürgerinnen und Bürger, die engagiert anpacken. Bürgerenergiegenossenschaften – also Zusammenschlüsse von Bürgerinnen und Bürgern, die ihren eigenen Strom oder ihre Wärme direkt vor Ort produzieren – leisten dabei einen wichtigen Beitrag. Der Wissenschaftsladen (WILA) Bonn will mit dem Projekt QualiEEGeno deren Professionalisierung und Vernetzung fördern. Dies geschieht durch Qualifizierungen, Ansprachekonzepte und Informationsmaterialien rund um das Thema.
Das Projekt hat von November 2019 bis Juni 2020 Workshops für all jene angeboten, die sich in einer Bürgerenergiegenossenschaft engagieren oder engagieren möchten – z. B. Vorstände, Aufsichtsräte, Mitglieder, aber eben auch Bürgerinnen und Bürger, die in Bürgerenergieprojekte investieren oder selbst aktiv werden möchten. Dabei konnten sich die Teilnehmenden zu ganz unterschiedlichen Themenbereichen qualifizieren. Die Trainings haben u.a. folgende Fragen behandelt: Wie können Energiegenossenschaften Bürger/innen ansprechen und neue Mitglieder gewinnen? Wie hat sich der Energiemarkt in den letzten Jahren verändert und welche neuen gesetzlichen Bestimmungen gibt es?
Dieses Wissen ist für die Bürgerenergiegenossenschaften sehr wichtig. Denn sie müssen sich im Wettbewerb durchsetzen. Die Bundesregierung hat das EEG – das zentrale Gesetz für den Ausbau der Erneuerbaren Energien – mehrfach geändert. Wo früher über feste Fördersätze unterstützt wurde, bestimmen seit dem EEG 2017 Ausschreibungen, wie hoch z. B. die Förderung für Dach-Solaranlagen, Windenergieanlagen oder Biomasseanlagen ausfallen. Um konkurrenzfähig zu sein, müssen Bürgerenergiegenossenschaften professionell arbeiten, ihre Geschäftsmodelle anpassen und aktualisieren. Denn ohne genaue Kenntnisse des Marktes oder der Mitbewerbenden können sie im Wettbewerb z. B. bei der Flächenvergabe schlecht mithalten.
Arbeitsmaterialien in verschiedenen Geschäftsfeldern
Neben den Schulungen und Qualifizierungsmodulen entwickelt das Projekt Arbeitsmaterialien zu drei verschiedenen Geschäftsfeldern von Energiegenossenschaften:
- Mieterstrom
- Kalte Nahwärme und
- Elektromobilität
Mieterstrom
Mieterstrommodelle haben in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Der ganz große Durchbruch steht allerdings noch aus. Grundidee des Konzepts ist es, auch die Mieter*innen aktiv an der Energiewende zu beteiligen: Während Eigentümer*innen mit der Errichtung etwa einer Photovoltaikanlage schon seit vielen Jahren von der Energiewende profitieren konnten, war es Mieter*innen bisher nicht möglich, Solarstrom vom eigenen Dach zu beziehen.
Kalte Nahwärme
Als Kalte Nahwärme bezeichnet man eine Wärmeversorgung über Wärmenetze, Fernwärme oder Nahwärme. Wärmenetze in dicht bebauten Siedlungen oder im Quartier können auch mit sehr geringen Temperaturen auskommen, zwischen 8 und 30 Grad Celsius. Für die Wärme in den Häusern sorgen dezentrale Wärmepumpen. Diese Wärmenetze bezeichnet man als kalte Nahwärme, physikalisch korrekt als Anergienetze oder auch Wärmenetze 4.0. Diese Art der Wärmenetze werden als zukunftsweisender Ansatz für Neubaugebiete diskutiert.
Elektromobilität
Elektromobilität verbindet direkt die bisher getrennten Energie- und Verkehrswelten. So können die Batterien von Elektro-Autos überschüssigen, dezentral erzeugten Erneuerbaren Strom speichern. Die Potenziale wachsen, je mehr Solar-, Wind- und Biomasseanlagen Strom erzeugen. Den Kern neuer Verkehrskonzepte bildet das e-Carsharing. Doch das Vermieten von E-Autos ist logistisch anspruchsvoll und mit erheblichen Investitionen verbunden. Manche Energiegenossenschaften haben deshalb mit einfachen e-Carsharing-Konzepten begonnen, um Erfahrungen zu sammeln.
Publikationen
Die Zeitschrift Contraste berichtete in der Ausgabe 1/2020 in einem Schwerpunkt mit verschiedenen Beiträgen aus dem Projektzusammenhang zum Thema „Kalte Nahwärme“. Außerdem werden anhand von Fallstudien ‚best-practice‘-Beispiele dokumentiert. In einer Abschlusspublikation werden Anfang 2021 alle Arbeitsmaterialien zusammengefasst und über die Homepage des Wissenschaftsladen Bonn veröffentlicht.
Das Projekt wird außerdem alle Arbeitsmaterialien über die Akteurs- und Unternehmensnetzwerke der Bürgerenergie verbreiten und der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. So soll die Bürgerenergie auch langfristig gefördert werden.
Prosuming, Genossenschaften und der Wandel der Verbraucherrollen

Annika Schneider
Wie können Genossenschaften Verbraucher*innen dabei unterstützen, sich nachhaltig mit gesunden Lebensmitteln, Energie und gemeinsamen Wohnraum zu versorgen? Welche Handlungsvorschläge resultieren daraus für die Politik?
Ob Co-working, Carsharing oder Solidarische Landwirtschaft: Menschen teilen in der heutigen Zeit Arbeitsplätze, Autos oder Lebensmittel. Damit verschwimmt aber die Grenze zwischen Verbraucher/innen auf der einen und Produzent/innen auf der anderen Seite, denn Menschen sind häufig beides zugleich (auch „Prosuming“ genannt aus „Produzieren“ und „Konsumieren“). In einer aktuellen Untersuchung geht der WILA Bonn der Frage nach, welchen Beitrag Genossenschaften zu rechtlich verbindlichen Regelungen und damit zu mehr Verbraucherschutz leisten können.
In Deutschland existieren seit dem 19. Jahrhundert knapp 8.000 Genossenschaften mit rund 21 Mio. Mitgliedern. Es gibt, historisch gesehen, also zahlreiche Beispiele dafür, wie gemeinschaftliches Wirtschaften und Konsumieren verbindlich geregelt werden könnte. Aber weder Öffentlichkeit noch Forschung bringen Genossenschaften mit der neuen „Sharing Economy“ in Verbindung. Dabei kann die Sharing Economy durchaus von den Erfahrungen der Genossenschaften profitieren. Diese Verbindung möchte der WILA Bonn mit dem Projekt„Prosuming, Genossenschaften und der Wandel der Verbraucherrollen: Exploration der Schutzpotenziale für Verbraucher/innen durch genossenschaftliche Organisationsformen“ herstellen.
Mit einer Literaturstudie verortet das Projekt Genossenschaften innerhalb der Sharing Economy. Die Analyse bezieht sich dabei auf drei Sektoren, in denen sich Bürgerinnen und Bürger genossenschaftlich zusammengeschlossen haben: die Bürgerenergie, die Solidarische Landwirtschaft und das Gemeinschaftliche Wohnen. Dazu besucht der WILA Bonn Netzwerke und Betriebe in den Sektoren und führt Interviews. Auf Basis der Literaturstudie und der Gespräche analysiert er, inwieweit Genossenschaften mit ihren bewährten Strukturen als Vorbild für die Geschäftsmodelle der Sharing Economy dienen können.Diese Frage ist für die Gesellschaft und die Verbraucherwissenschaft wichtiger denn je. Denn viele Formen des Prosumings sind vertraglich wenig abgesichert und Prosument/innen sehen sich rechtlichen Unsicherheiten ausgesetzt: Wer haftet zum Beispiel, wenn ein von vielen gemeinsam genutztes Auto auf einmal mit einer Delle zurückgebracht wird oder der bereits bezahlte Schlafplatz in einer privaten Unterkunft nicht zur Verfügung steht, weil man Betrüger/innen aufgesessen ist?
Abschließend fasst das Projekt die Ergebnisse in einer explorativen Studie zusammen und entwickelt verbraucherpolitische Handlungsvorschläge für die Praxis. So möchte der WILA Bonn Bürgerengagement und Verbraucherschutz auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse verbinden. Die Studie wurde im Oktober 2020 veröffentlicht.
TeRRIFICA – Europa trotzt dem Klimawandel

Annika Schneider
TeRRIFICA ermittelt in sechs Regionen Europas, welche Ansätze es zur Klimaanpassung schon gibt und entwickelt Lösungen – gemeinsam mit Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik.
Hitze, Dürreperioden, Starkregen – viele Menschen in Europa spüren die Folgen des Klimawandels schon jetzt. Im Projekt TeRRIFICA – Territoriales RRI zur Förderung innovativer Klimaanpassungsmaßnahmen – ermitteln der Wissenschaftsladen Bonn (WILA Bonn) und seine Verbundpartner in sechs Regionen Europas, welche Ansätze es zur Anpassung an den Klimawandel schon gibt. Und sie entwickeln Lösungen, um dem Klimawandel zu trotzen – gemeinsam mit Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik.
TeRRIFICA bringt dafür die Zielgruppen zunächst bei Workshops, regionalen und internationalen Summer Schools, aber auch durch Exkursionen zusammen. Ziel des WILA Bonn ist das so genannte Empowerment der Menschen vor Ort. Durch die Veranstaltungen haben die Beteiligten die Möglichkeit, ihr Wissen rund um Klima und Klimawandel zu erweitern und auf dieser Basis gemeinsam adäquate Lösungen zu entwickeln. Doch auch darüber hinaus soll das Projekt Wirkung zeigen, indem es sich andere zum Vorbild nehmen: So soll eine digitale Karte die verschiedenen Anpassungsprojekte in den Projektregionen vorstellen. Das können zum Beispiel grüne Oasen in der Stadt sein oder Wege dafür, in sehr trockenen Gegenden weniger Wasser zu verbrauchen. Basierend auf diesen Aktivitäten entwickeln die Projektverantwortlichen Kommunikationsstrategien, Aktionspläne, und Empfehlungen für politisches Handeln – ganz im Sinne der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (UN Sustainable Development Goals, SDGs).
Bessere Luft, weniger Hochwasser und mehr biologische Vielfalt: Maßgeschneiderte Lösungen für viele Regionen in Europa
Die sechs Pilotregionen – in Spanien, Deutschland, Frankreich, Serbien, Polen und Weißrussland – spielen in diesem Prozess eine ganz besondere Rolle. Denn sie sind diejenigen, die erste Klimaanpassungs-Maßnahmen direkt mit Bürgerinnen und Bürgern vor Ort erproben und bewerten.
Bei der Auswahl der Pilotgebiete haben die Projektpartner darauf geachtet, sowohl ländliche als auch städtische Regionen mit ins Boot zu holen, die jeweils vor sehr unterschiedlichen Herausforderungen stehen. Entlang der Donau in Serbien und Nachbarländern z. B. kämpfen die Menschen mit Hochwasser, in Städten in Weißrussland eher mit schlechter Luft und in Spanien mit der Qualität des Trinkwassers. So werden die entwickelten Maßnahmen zwar zum einen maßgeschneiderte Lösungen für die jeweilige Region sein, auf der anderen Seite aber ein großes Themenspektrum abbilden. Damit können auch andere Regionen davon profitieren, was sich Wissenschaftler/innen, Bürger/innen, Politik und Verwaltung erarbeitet haben.
Vernetzung mit anderen Projekten und Initiativen: Erfahrung des WILA Bonn
TeRRIFICA baut auf den Erfahrungen zahlreicher europäischer Kooperationsprojekte sowie auf den Erkenntnissen des WILA Bonn Projektes „Stadt und Land im Fluss – Klimalandschaften NRW“ auf, welches lokale Klimaanpassungsmaßnahmen in Bonn erprobt. Im Projekt bringt der WILA Bonn diese Erfahrung ebenso ein wie seine Expertise in den Bereichen Wissensaustausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, Vernetzung und Bürgerbeteiligung ein.
Projektüberblick
Projektwebsite
Projektkoordination
Wissenschaftsladen (WILA) Bonn
Projektpartner
Associació Catalana d’Universitats Públiques
Adam Mickiewicz University, Poznań, Poland
Center for the Promotion of Science
Education for Sustainable Development Association
Global University Network for Innovation
Hochschule Rhein-Waal
Science Shop Vechta/Cloppenburg
Sciences Citoyennes
Universität Vechta
Verbund Transformationwissenschaft agrar Niedersachsen
Förderer

Gefördert wird TeRRIFICA von der Europäischen Kommission im Forschungsrahmenprogramm Horizont 2020 (Project ID H2020-824489).
Campus to World

Annika Schneider
Was kommt dabei heraus, wenn Wissenschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam ein CitizenLAB betreiben, also Themen gemeinsam angehen? Neuentwickelte Ersatzteile für defekte Geräte vielleicht, die im 3-D-Drucker erstellt werden? Eine Pilzzucht im privaten Keller, die auf der Basis von Kaffeesatz erfolgt? Oder eine Analyse von Boden oder Luft an Brennpunkten, indem Privatleute lernen, wie sie Umweltdaten aufnehmen und sie gemeinsam mit Wissenschaftlern auswerten?
„CitizenLab“ heißt das Projekt, bei dem die Hochschule Bonn Rhein-Sieg gemeinsam mit dem Forschungszentrum Jülich und dem Wissenschaftsladen Bonn Laien und Wissenschaftler/innen „an einen Tisch“ bringen will. Im CitizenLab werden Freiräume geschaffen, damit Studierende, Bürger und Wissenschaftler naturwissenschaftlich-technologische und gesellschaftliche Fragestellungen bearbeiten können. Die Ergebnisse sollen einen Beitrag zur Erreichung der SDGs (Sustainable Development Goals) bilden. Im Fokus steht die nachhaltige Entwicklung, insbesondere die interdisziplinären Energie- und Umweltthemen, die von den Hochschulinstituten IZNE (LINK) und TREE (LINK) adressiert werden. Im Sinne einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung steht hierbei ganzheitlich die Gestaltungskompetenz im Mittelpunkt, die sowohl inhaltliches Wissen wie auch Werte, Sozialkompetenz, Teamfähigkeit usw. zu vermitteln sucht, um zukunftsfähiges Wissen zu erzeugen.
Aufgabe des WILA Bonn ist es zum einen, Veranstaltungsformate methodisch und inhaltlich so zu entwickeln, dass Bürgerinnen und Bürger motiviert werden, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Laien sollen so ermutigt werden, sich tiefergehend mit gesellschaftsrelevanten Themen zu beschäftigen, ihr Wissen einzubringen und sich als Akteur zu begreifen, der Einflussmöglichkeiten hat und diese durch das Zusammenspiel mit der Wissenschaft erweitert.
Zum anderen geht es dem WILA Bonn darum, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Hochschule Bonn Rhein-Sieg lernen, wie die Zusammenarbeit mit Laien fruchtbar funktionieren kann. Dafür entwickelt der WILA Bonn Weiterbildungsmodule zu den Themen Citizen Science und Transdisziplinäres Forschen, die in der Hochschule möglichst breit verankert werden sollen.
Projektüberblick
Projektpartner
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, Foschungszentrum Jülich
Förderer

1.000 grüne Inseln

Annika Schneider
Blühendes Grün statt grauer Asphalt: Gemeinsam mit Bonner Bürgerinnen und Bürgern und der studentischen Initiative AG Grüne Infrastruktur stellt der Wissenschaftsladen Bonn 20 begrünte Sitzgruppen als Treffpunkte, Schattenspender und für mehr Natur im Bonner Stadtgebiet auf.
Auch dicht besiedelte Städte müssen nicht grau und monoton sein. Auf vielen öffentlichen und halböffentlichen Plätzen, an Hausfassaden und auf Balkonen und Dächern wäre Platz für mehr Natur und Gemeinschaftsfläche. Für eine bessere Lebensqualität in Bonn möchten die AG Grüne Infrastruktur und der Wissenschaftsladen Bonn daher gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern mobile Grüne Inseln im öffentlichen Raum planen, bauen und pflegen. Es sind als Sitzgruppen gestaltete Einheiten mit rankenden Pflanzen, duftenden Kräutern und blühenden Stauden.
Im heißen und trockenen Sommer 2018 ist vielen Menschen klar geworden, dass der Klimawandel bereits stattfindet und wir uns auch in Mitteleuropa auf Veränderungen einstellen müssen. Gerade in dicht besiedelten Städten sind daher Klima-Anpassungsmaßnahmen sehr wichtig. Diese Entwicklung kann man in die Hand von Planungs- und Grünflächenämtern legen, die aber gerade in wachsenden Städten eher an Verdichtung als an großangelegten Grünflächen arbeiten. Zudem dauern kommunale Planungsprozesse sehr lang und beziehen Bürgerinnen und Bürger nur sehr formalisiert mit ein. Deshalb wollen wir im Projekt 1.000 Grüne Inseln einen anderen Weg beschreiten:
Wir haben Bonner Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, passende Plätze zu benennen, an denen Grün zur Entspannung und Begegnung fehlt. Die Bonnerinnen und Bonner sind diesem Aufruf tatkräftig nachgekommen. Zahlreiche gemeinnützige Vereine, Schulen, Gesellschaften und auch Privatpersonen haben sich als Pat/innen für passende Standorte beworben, wo die für dieses Jahr vom Fonds für Nachhaltigkeit geförderten 20 Grünen Inseln nun ihren Platz finden können. Gemeinsam mit den Patinnen und Paten werden die Inseln zur Zeit gebaut, aufgestellt und bepflanzt. Mit der Aufstellung geht die Verantwortung für Pflege und Instandhaltung dann in die Obhut der Pat/innen über.
Ein Prototyp einer Grünen Insel, bestehend aus Sitz- und Hochbeetmodulen, wurde bereits 2018 mit der studentischen Initiative AG Grüne Infrastruktur erstellt. Er wird nun, begleitet von einem Schreiner, so konstruiert, dass man ihn vor Ort leicht im Selbstbau zusammensetzen kann. Die Akteure haben je nach Platzangebot variable Kombinationsmöglichkeiten, die Einzelmodule anzuordnen. Zur Bepflanzung stehen ebenfalls unterschiedliche Pakete zur Wahl. Es gibt Saatgut oder Setzlinge zum Thema „Naschgarten“, „Duftbeet“, „Bienenweide“ und „klimaangepasste Pflanzen“. Je nach Standort und Nutzer kann also auch hier gewählt werden.
Die Grünen Inseln dienen als Lernorte, Treffpunkte in der Nachbarschaft, zum Knüpfen von Netzwerken und als Ausgangspunkte für Veranstaltungsreihen und Presse-Events. Sie machen auf wichtige Themen aufmerksam:
Je enger die Menschen in den Städten zusammenrücken, desto weniger kennen sie sich. Gleichzeitig gibt es eine zunehmende Zahl von Aktiven, die nicht nur reden sondern selbst anpacken wollen. Diese Engagierten möchten wir über die gemeinsame Gestaltung mobiler Grüner Inseln als Multiplikator/innen einbinden – damit Menschen nicht nur nebeneinander wohnen sondern auch miteinander leben und sich kennen- und schätzen lernen.
Die zunehmenden, zum Teil dramatischen Veränderungen des Klimas und in der Natur werden von vielen Menschen immer mehr wahrgenommen. Mit den Grünen Inseln soll dieses Thema wach gehalten und die Idee zu positiven Impulsen mit Leben gefüllt werden. Die Inseln weisen auf den großen Nutzen von Pflanzen gerade in der Stadt hin: Sie spenden Feuchtigkeit oder auch Schatten und sorgen so für ein angenehmeres Kleinklima.
Heimische Kräuter und Blütenpflanzen stellen zusätzlich Nahrung für Insekten bereit. Hier kann der fortschreitende Insektenrückgang zwar nicht aufgehalten werden, aber die Menschen können erkennen, welchen Wert insbesondere bestäubende Insekten für uns haben. Auch in den Städten sollte Nahrung und Lebensraum für diese Tiere bereitgestellt werden. Die Grünen Inseln werden bewusst mit heimischen Kräutern und Stauden bepflanzt und können so wertvolle Beispiele für den eigenen Balkon oder Garten liefern.
Ausgepackt

Annika Schneider
Die Abfallberge in Deutschland wachsen weiter an. Im Projekt „Ausgepackt“ von LizzyNet und WILA Bonn entwickeln Schülerinnen und Schüler Lösungen, wie Verpackungsmüll reduziert werden kann.
Einwegplastikflaschen, Kunststoffverpackungen um Fertiggerichte, Fast-Food-Boxen, aber auch die Unmengen von Kartons und Füllmaterial aus Online-Bestellungen – Verpackungsabfälle belasten die Umwelt. Die Herstellung, das Recycling und die Entsorgung verbrauchen viel Energie. Plastikabfälle belasten Gewässer und Boden, Mikroplastik reichert sich in Fischen und anderen Lebewesen an.
Wie können Plastik und Verpackungsmüll reduziert werden, um Natur und Umwelt zu schützen? Welche guten Ansätze gibt es heute schon? Was sollte in Zukunft verändert werden? Und wie gewinnt man andere Jugendliche dafür, sich für „No Waste“ einzusetzen?
Mit diesen Fragen setzen sich Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren im Bildungs-Projekt „Ausgepackt“ auseinander. Das Projekt wird vom Bundesumweltministerium im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert. Ziel von WILA Bonn und LizzyNet ist es, die Jugendlichen zu befähigen, selbst aktiv zu werden für eine Welt ohne Abfallberge und Müllinseln und damit einen eigenen Beitrag zur Erreichung des Sustainable Development Goal „nachhaltiger Konsum“ zu leisten.
In Bildungsworkshops, Unternehmensbesuchen und Dialogen mit Forschenden lernen Schülerinnen und Schüler aktuelle und innovative Ansätze in Wirtschaft und Forschung kennen, die sich mit klimafreundlichen Verpackungen und nachhaltigem Konsum beschäftigen. Sie besuchen Unternehmen, die klimafreundliche Verpackungsansätze realisieren (z.B. Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen), schauen sich Unverpacktläden und Mehrwegsysteme an und diskutieren mit Forscher*innen, die an Universitäten nachhaltige und klimaneutrale Verpackungsprodukte entwickeln. Gemeinsam mit Forschungseinrichtungen und Unternehmen finden sie heraus, wie Verpackungen eingespart werden können, welche klimafreundlichen Verpackungsmaterialien (z.B. nachwachsende Rohstoffe) es derzeit gibt und künftig geben könnte, und wo die Vorteile von Mehrweg- und Pfandsystemen liegen.
Die Schülerinnen und Schüler sollen vor allem selbst kreative Ideen für umwelt- und klimafreundliche Verpackungen sowie Transport- und Mehrwegsysteme entwickeln und „NoWaste“-Botschaften an andere Jugendliche weitergeben. Dies soll über Schulausstellungen und in den sozialen Netzwerken realisiert werden. So entstehen Materialien, die auch über das Projekt hinaus genutzt werden können – und die Jugendlichen aktivieren weitere „No Waste“-Botschafter, die das Thema weiter in die Gesellschaft tragen.
Der WILA Bonn konzipiert in diesem Projekt u.a. Bildungsworkshops und unterstützt die Schülerinnen und Schüler bei der Vermittlung ihrer „No Waste“-Botschaften.
Zeitlicher Ablauf und Verbreitung
Die Gesamtlaufzeit des Projekts beträgt drei Jahre. Die Schulworkshops werden zunächst im Schulhalbjahr Februar bis Juni 2019 in der Region Bonn/Rhein-Sieg an drei Schulen erprobt und anschließend auf mehrere Bundesländer ausgeweitet (fest stehen bereits Hessen und Sachsen-Anhalt).
Interesse mitzumachen?
Schulen, die an dem Programm teilnehmen möchten, können sich bei LizzyNet gGmbH bewerben.
MitEffekt – Evaluation von „Serena Supergreen“

Annika Schneider
Mit „Serena Supergreen“ hat der WILA gemeinsam mit der TU Dresden und dem Game Studio „the Good Evil“ ein spannendes Abenteuerspiel entwickelt. Per App oder Computerspiel entdecken Jugendliche Aufgaben rund um Ausbildungsberufe in Erneuerbaren Energien. Welche Effekte das Spiel vor allem auf Mädchen hat, die sich seltener für technische Berufe entscheiden, untersuchen wir im Folgeprojekt MitEffekt.
Die Evaluation des Prototypen von Serena Supergreen im Rahmen des Projekts Serena (Laufzeit 2015-2017) hat gezeigt, dass das Spiel Mädchen dazu bringt, sich mit technischen Aufgaben aueinanderzusetzen. Es ist somit ein geeigneter Ausgangspunkt für die Berufsorientierung im Feld Erneuerbare Energien.
Beeinflusst das Game die Berufswahl?
Aufbauend auf den Ergebnissen und Erkenntnissen werden im Projekt „MitEffekt“ mittelfristige Effekte des Spiels untersucht. Es geht um die Frage, wie sich das Game auf das Interesse, das Fähigkeitsselbstkonzept und die Einschätzung technischer Aufgaben und Tätigkeitsfelder im beruflichen Kontext von Mädchen und Jungen auswirkt. Dabei werden unterschiedliche Effekte der verschiedenen Einsatzszenarien (online individuell spielen, begleitet in der Schule spielen) im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die das Spiel nicht spielt, evaluiert.
Zusätzlich ist es auf Grundlage des fertiggestellten Games möglich, das Spielverhalten von einer großen Anzahl an Personen zu erfassen und auf dieser Grundlage zu analysieren, welche Aufgaben im Spiel besonders herausfordernd sind. Die deskriptive Aufbereitung dieser Daten macht sichtbar, wo eine Spielerin oder ein Spieler individuell in Bezug auf die technischen Aufgaben steht.
Frauen in MINT-Berufen stärken
Diese Fragestellungen werden im Forschungsprojekt empirisch untersucht und bieten die Möglichkeit, wissenschaftliche Erkenntnisse hinsichtlich der Effekte und Gestaltung von innovativen digitalen Berufsorientierungsmaßnahmen zu gewinnen, insbesondere im gesellschaftlich relevanten Bereich der Förderung von Frauen im Bereich MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik).
Das Spiel samt Begleitmaterial steht Jugendlichen, Lehrkräften und Interessierten kostenlos als App oder zum Download zur Verfügung.
Projektüberblick
Projektpartner
Technische Universität Dresden
The Good Evil
Technische Universität Berlin
Website
Förderer

BLOOM – Bioökonomie in die Gesellschaft bringen

Annika Schneider
Partner aus acht EU-Ländern tragen das Thema Bioökonomie in die Zivilgesellschaft – mit Veranstaltungen, Aktivitäten und Diskussionsformaten.
Die Kreisläufe der Natur nutzen, um die Wirtschaft „grüner“ und nachhaltiger zu machen: Das ist die Idee von Bioökonomie. Im EU-Projekt BLOOM will der Wissenschaftsladen Bonn bioökonomische Innovationen in Europa anstoßen – gemeinsam mit Partnern aus acht Ländern.
BLOOM steht für „Boosting European Citizen’s Knowledge and Awareness of Bioeconomy“, will also das Wissen und Bewusstsein der europäischen Zivilgesellschaft für Bioökonomie fördern. Der Fokus des Projekts liegt darauf, den europäischen Bürgerinnen und Bürgern das Prinzip der Bioökonomie näherzubringen und zu zeigen, was aktuell bereits zu diesem Thema in der Wirtschaft passiert.
Unter Bioökonomie wird die bewusste Erzeugung und Nutzung biologischer Ressourcen in der Wirtschaft verstanden, um Produkte, Verfahren und Dienstleistungen in allen wirtschaftlichen Sektoren bereitzustellen. Ausschlaggebend dafür ist es, die Kreisläufe der Natur zu kennen. In der Bioökonomie geht es nicht nur darum, diese beispielsweise für die Energiewirtschaft, die Nahrungsmittel-, Papier- und Textilindustrie oder auch Chemie und Pharmazie zu nutzen. Ziel ist auch, sie im Sinne von Umwelt- und Ressourcenschutz zu erhalten.
Die Community stärken
Die Bioökonomie ist also ein Umdenkprozess, hin zu einer nachhaltigen und „grünen“ Wirtschaft. Sie birgt viele Möglichkeiten für Forschungs- und Innovationsprozesse. Diese Chancen mit der Zivilgesellschaft kritisch zu diskutieren und dabei Entscheidungsträger mit einzubeziehen, steht im Fokus von BLOOM. Das Projekt will europäische Bürgerinnen und Bürger, die Zivilgesellschaft, Innovationsnetzwerke der Bioökonomie, lokale Forschungszentren, Interessengruppen aus Wirtschaft und Industrie sowie verschiedene Regierungsebenen zusammenbringen, um in offenen, informierten und sachkundigen Dialogen bioökonomische Innovationsprozesse auszuloten.
Dafür werden in fünf Ländern fünf Zentren eingerichtet, sogenannte Hubs. Diese sollen in Workshops und weiteren Beteiligungsformaten Dialoge ermöglichen, die neues Wissen generieren und zur Weiterentwicklung des bioökonomischen Wirtschaftssegments beitragen. Auf diese Weise bauen sie bestehende Hemmnisse bei der Innovation bioökonomischer Verfahren, Prozesse und Produkte auf regionaler und EU-Ebene ab. Eine gestärkte „Bioökonomie-Community“ mit einem gemeinsamen Verständnis des Konzepts kann zuverlässige Einblicke in die Praxis bieten, Vorteile und Auswirkungen abwägen und in soziale Lern- und Bildungsangebote eingebunden werden.
Neue Formate für Bürgerbeteiligung
Der WILA Bonn entwirft in dem von der EU geförderten Projekt Beteiligungsformate, Kommunikationsstrategien und Aktivitäten, die individuell auf die Bedürfnisse aller Interessensgruppen abgestimmt sind, um einen offenen und innovativen Dialog zu gestalten. Partner in BLOOM sind zwölf Institutionen aus acht Ländern (Österreich, Deutschland, Belgien, Niederlande, Finnland, Spanien, Polen und Schweden). Koordinator des Projekts ist das Zentrum für soziale Innovation in Wien.
Projektüberblick
Projektkoordination
Förderer

Gefördert wird BLOOM von der Europäischen Kommission im Forschungsrahmenprogramm Horizont 2020 (Project ID H2020-773983).











