EnRRICH: Verantwortungsvolle Forschung

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In die Lehrpläne von Hochschulen soll das Thema „Verantwortungsvolle Forschung“ aufgenommen werden. EnRRICH entwickelt Methoden, um das zu verwirklichen.
Oftmals wird Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an Hochschulen vorgeworfen, dass sie im Elfenbeinturm sitzen und für die Interessen der Zivilgesellschaft nicht zu erreichen sind. Das Projekt EnRRICH hat daher zum Ziel, den Wissenschaftsbetrieb Methoden an die Hand zu geben, um verstärkt auf Fragen von Bürgerinnen und Bürger eingehen zu können.
Konkret soll das Thema verantwortungsvolle Forschung in den Curricula von Hochschulen verankert werden. Das Ziel steckt auch bereits im Projektname EnRRICH:
Enhancing Responsible Research and Innovation through Curricula in Higher education.
Der Wissenschaftsladen Bonn (WILA Bonn) beteiligt sich als eine von 13 Organisationen an dem europaweiten Projekt, das vom EU-Kommissions-Programm Horizont 2020 gefördert und bis Dezember 2017 laufen wird. Bevor Mitarbeitenden an Hochschulen aufgezeigt werden kann, wie sie die Interessen von Organisationen der Zivilgesellschaft (CSO) in die akademischen Lehrpläne aufnehmen können, klärt das Projekt zuerst, welche Materialien dazu notwendig oder bereits vorhanden sind. Diese werden im Anschluss daran (weiter-)entwickelt und an Pilot-Hochschulen erprobt. Die Ergebnisse sollen – auch in Form von Best-Practice-Beispielen – ihren Weg in weitere Hochschulen und in die Fachöffentlichkeit finden.
Mehr bürgerorientierte Forschung an Hochschulen
Letztere Aufgabe innerhalb des Projekts übernimmt der WILA Bonn. Durch die Koordination des Living-Knowledge Netzwerks und Projekte wie RRI Tools und PERARES hat sich der WILA Bonn bereits wertvolle Kontakte im Bereich der verantwortungsvollen Forschung aufgebaut. Auch wird der WILA Bonn zur Evaluation der Projektergebnisse und ihrer Veröffentlichung in Fachpublikationen beitragen.
In besonderer Weise möchte EnRRICH natur- und ingenieurswissenschaftliche Fakultäten auf das Thema der verantwortungsvollen Forschung aufmerksam machen. Über die Sensibilisierung von Dozentinnen und Dozenten an Hochschulen sollen Studierende angeregt werden, sich mit Methoden der bürgerorientierten Forschung zu beschäftigen. Den Hintergrund für die Beschäftigung mit verantwortungsvoller Forschung bilden die fünf RRI Kernbereiche: Ethik, Governance, öffentliches Engagement, wissenschaftliche Bildung, Gleichberechtigung der Geschlechter und Open Access.
Um eine verstärkte Aufnahme von verantwortungsvollen Forschungsmethoden in die Lehrpläne zu erreichen, soll durch das Projekt auch bei politischen Entscheidungsträgern ein Bewusstsein für die Thematik geschaffen werden.
bio innovation park Rheinland

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In Rheinbach und Meckenheim soll verstärkt Biomasse zur Energieerzeugung genutzt werden. Der WILA Bonn erklärte Bürger*innen, was Bioenergie zum Klimaschutz beiträgt.
Mit Klimaschutz und grüner Stadtentwicklung haben sich schon einige Projekte des Wissenschaftsladen Bonn e.V. (WILA Bonn) beschäftigt. Auch der „bio innovation park Rheinland“ fokussierte diese Vorhaben. Ziel des Projekts war es, zwischen Meckenheim und Rheinbach einen klimaneutralen Wissenschafts- und Gewerbepark zu etablieren.
Zentrale Rolle dabei spielt die Nutzung von Bioenergiepotenzialen, die durch den Obst- und Gartenbau in der Region vorhanden sind. Die Leitung des Projekts lag bei der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Der WILA Bonn war im Rahmen des Projekts für die Organisation des Austausches zwischen Expert/innen und Bürger/innen verantwortlich.
Klimaschutz vor Ort
Das Projekt bezog aktiv Bürgerinnen und Bürger als wichtige Akteure des Klimaschutzes ein. Der WILA Bonn informierte sie durch Veranstaltungen und einen Internetauftritt darüber, wie sie selbst einen Beitrag zum Klimaschutz leisten können. Außerdem organisierte der WILA Bonn Workshops, bei denen sich Akteure aus Forschung und Anwendung über die Möglichkeiten der regionalen Nutzung der Biomassepotenziale aus Rodungsholz auszutauschen konnten. Bis Ende 2017 wurde der energieautarke Wissenschafts- und Gewerbepark etabliert, der als Kompetenz- und Präsentationsraum in Deutschland einmalig ist. Begleitet wurde der Prozess von interkommunalen, raumplanerischen Maßnahmen.
An dem Projekt waren neben den Gemeinden Rheinbach und Meckenheim unter anderem die Hochschule Bonn/ Rhein-Sieg sowie ansässige Unternehmen beteiligt, die sich in einem Netzwerk zusammengeschlossen haben. Finanziert wurde das Projekt durch die teilnehmenden Gemeinden und eine Förderung durch Mittel des Bundesumweltministeriums.
Serena Supergreen – Serious Game für Mädchen

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Mit einem Computerspiel können Mädchen mehr über technische Berufe in Erneuerbaren Energien lernen. An der Entwicklung waren Jugendliche, Lehrkräfte und Expert*innen beteiligt.
Servicetechnikerinnen für Windkraftanlagen oder Monteurinnen für Solaranlagen sind nichts Exotisches mehr. Mädchen diese äußerst attraktiven Berufsbilder im Bereich der Erneuerbaren Energien nahe zu bringen, das war das Ziel des Forschungsprojekts Serena.
Serious Game
In dem knapp dreijährigen Projekt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde, entwickelte der Wissenschaftsladen Bonn gemeinsam mit Berufspädagogen und Instruktionspsychologinnen der Technischen Universität Dresden und dem Game Studio the Good Evil ein Serious Game für 13- bis 15-jährige Mädchen. Ein Serious Game ist ein Computerspiel, mit dem man auf spielerische Weise Wissen und Kompetenzen erwerben kann. Das Serena-Spiel ist so gestaltet, dass junge Frauen sich auf spielerische Weise mit den spannenden und zukunftsfähigen Tätigkeitsfeldern der Erneuerbare-Energien-Branche auseinandersetzen und dabei typische Anforderungen technischer Ausbildungsberufe meistern. Darüber hinaus soll ihr Interesse und die Neugierde für dieses Berufsfeld geweckt und durch implementierte Feedbackstrategien das Vertrauen in ihre technischen Fähigkeiten gestärkt werden.
Spielentwicklung
Um die relevanten Berufe und Themen für das Serious Game zu identifizieren und entsprechende Spielsituationen zu erstellen, wurden sowohl das Arbeitsmarktgeschehen als auch die curricularen Anforderungen sowie typische und interessante Arbeitssituationen und Problemstellungen ausgewählter Ausbildungsberufe analysiert und erhoben. Von Beginn an wurden Schülerinnen von zwei Promotorenschulen in Neuss und Dresden sowie engagierte junge Gamerinnen in die Spielentwicklung mit einbezogen und ihre Interessen, Vorlieben und Kompetenzen erhoben. Im Projektverlauf wurde das Spiel in verschiedenen Stadien getestet und evaluiert. Seit Juli 2017 steht das fertige Spiel zum kostenlosen Download bereit.
Projektüberblick
Projektpartner
Technische Universität Dresden
The Good Evil
Förderer

Förderprogramm Belarus

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Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist auch in Belarus ein Thema. Der WILA Bonn unterstützt das Land dabei, Kontakte mit kompetenten Partnern in diesem Bereich zu knüpfen.
Auf der Liste der internationalen Zusammenarbeit des Wissenschaftsladen Bonn (WILA Bonn) ist ein neues Land zu finden: Seit Kurzem besteht ein Erfahrungsaustausch mit Partnern aus Belarus. Ziel des vom Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk (IBB) geförderten Projekts ist der Aufbau eines länderübergreifenden Dialognetzwerks zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Belarus. Der WILA Bonn bringt hierfür seine Kompetenzen in den Themenfeldern Nachhaltigkeit, Bildung und Vernetzung ein.
Grundgedanke des Projekts ist, dass Bildung eines der wichtigsten Instrumente zur Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung ist. In Belarus sollen daher die Voraussetzungen für das innerbehördliche und sektorenübergreifende Zusammenwirken sowie die internationale Zusammenarbeit geschaffen werden, um das BNE-Konzept in die wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Prozesse der nachhaltigen Entwicklung in den Regionen der Republik Belarus eizuführen.
Vernetzung von Akteur*innen
Dazu werden in dem Projekt auch langfristige deutsch-belarussische Partnerschaften gegründet, die dies vorantreiben. In Belarus hat sich in den vergangenen Jahren einiges im Feld der nachhaltigen Entwicklung getan: Das Land ist dem Umsetzungsprogramm der Strategie „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ der United Nations Economic Commission for Europe (UNECE) beigetreten. Außerdem hat es eine nationale Strategie zur nachhaltigen Entwicklung verabschiedet, die bis 2020 umgesetzt werden soll. Das Kernproblem ist jedoch, dass es bisher keine Kooperationen von staatlichen und nicht-staatlichen Bildungsträgern, von Behörden und der Zivilgesellschaft in Belarus gibt. Das möchte das auf ein Jahr angelegte Projekt ändern.
Für die Überbrückung des Defizits zwischen Bildungsprozessen und Prozessen der nachhaltigen Entwicklung soll eine umfassende öffentliche Diskussion in Belarus stattfinden, die alle Akteure einbezieht. Besprochen werden in diesem Kontext Ideen, Probleme, Hemmnisse und die Schaffung von Anreizen. Konkret wird beispielsweise eine Online-Plattform erstellt, die einen Dialog ermöglicht. Außerdem werden verschiedene Konferenzen und Workshops in Belarus durchgeführt, die das Thema Nachhaltigkeit und Bildung diskutieren. Stärkung erfährt der nachhaltige Entwicklungsprozess in Weißrussland durch den Erfahrungsaustausch mit internationalen Partnern wie dem WILA Bonn.
Projektüberblick
Norbert Steinhaus
(02 28) 201 61-22
norbert.steinhaus@wilabonn.de
Förderer

The International Green Play town

The green play town has always been an intercultural meeting point. The Africa-festival is held on its site every year and the “international garden”, another project of the Bonn Science Shop, is located right next to it. With the project “International green play town” the spot will become even more diverse und cross-cultural.
Fostering intercultural life together
As part of the open Sundays and on additional dates during the summer months artists will take their visitors with oriental tales to faraway places or enchant them with fantastical music. Some of the musicians and actors are from other countries, others have engaged themselves with foreign cultures for a long time. In addition participants of the “International Garden” also take a share in the project. The project “international green play town” aims to foster the cultural life together in Bonn.
The latest program of “international green play town” will be published here (in German) shortly before the Open Sundays. The admission to all events is free.
Funding

Grüne Spielstadt international

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Theater, Musik, Geschichten aus aller Welt – zwei Jahre lang organisierte der WILA Bonn auf dem Naturerlebnisgelände „Grüne Spielstadt“ in Bonn-Dransdorf ein Veranstaltungsprogramm, das Kultur und Bildung für nachhaltige Entwicklung verband.
Zwei Seiltänzer aus Italien erzählen auf zwei Metern Höhe die Geschichte von gestrandeten Seefahrern. Ein irakischer Künstler spielt auf einem Instrument aus einer Kokosnussschale Musik aus seiner Heimat. Das ist die „Grüne Spielstadt international“. Insgesamt 14 solcher kultureller Veranstaltungen organisierte der Wissenschaftsladen Bonn (WILA Bonn) 2015 und 2016 zusammen mit der Brotfabrik auf dem Naturerlebnisgelände in Bonn-Dransdorf. Gefördert wurde das Projekt durch den Landschaftsverband Rheinland.
Interkultureller Treffpunkt war die Grüne Spielstadt schon immer. Jedes Jahr findet auf dem Gelände das Afrika-Fest statt und der „Internationale Garten“, ein weiteres Projekt des WILA Bonn, befindet sich gleich nebenan. Durch das Projekt „Grüne Spielstadt international“ wurde es nun noch ein bisschen interkultureller und bunter.
Interkulturelles Zusammenleben und Bildung für nachhaltige Entwicklung
Das Projekt „Grüne Spielstadt intrnational“ hatte nicht nur das interkulturelle Zusammenleben zum Ziel, sondern sollte überdies insbesondere jungen Menschen den Zugang zu Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) aus verschiedener Perspektive eröffnen. Das Konzept Bildung für nachhaltige Entwicklung dient dazu, Nachhaltigkeitsthemen wie Klimaschutz und Biodiversität zu thematisieren. Eingesetzt werden partizipative Methoden, um kritisches Denken, Teamfähigkeit und einen internationalen Blick darauf zu ermöglichen, dass Denken und Handeln nicht an der eigenen Landesgrenze aufhört.
Im Rahmen der Offenen Sonntage und weiterer Zusatztermine hatten die Besucher/innen der Grünen Spielstadt durch den Auftritt von einschlägigen Künstler/innen aus verschiedenen Ländern und das Mitwirken der Mitglieder des „Internationalen Gartens“ dazu immer wieder die (kostenlose) Möglichkeit. Das Gelände der Grünen Spielstadt mit seinen rund 30, oft haushohen Weidenskulpturen ist ein in Deutschland und darüber hinaus einzigartiges Gelände, auf dem sich zeigen lässt, wie sich Kunst und Natur zu Umweltbildung verbinden können und auf dem der WILA Bonn Umweltbildungsveranstaltungen und Theaterveranstaltungen durchführt.
Projektüberblick
Bernd Assenmacher
(02 28) 201 61-16
info@gruene-spielstadt.de
Förderer

Expedition Grönland

work@wilabonn
Zwischen den heutigen Umweltproblemen und der der Wikinger gibt es Paralellen. Im Projekt wurde eine Lernbox entwickelt, die Schüler*innen zeigt, was man von den Wikingern in Sachen Nachhaltigkeit lernen kann.
Von den Wikingern Nachhaltigkeit lernen? Das geht! Das von Erasmus+ geförderte Projekt „Expedition Grönland“ stellt es unter Beweis. In dem länderübergreifenden Projekt zeigen der Wissenschaftsladen Bonn und seine Partner Schülerinnen und Schülern, welche Parallelen es zwischen der heutigen Umwelt- und Lebenssituation und der der Wikinger gibt.
Wer das Wort „Wikinger“ hört, denkt wohl zuerst an Krieger, die mit ihren Schiffen auf blutige Beutezüge gegangen sind. Doch man kann von den Wikingern auch etwas Positives lernen – und zwar Nachhaltigkeit, denn in erster Linie waren sie Landwirte, Handwerker, Händler und Forscher. Sie mussten sich an die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen und an ökonomische Veränderungen anpassen.
Eine kleine Gruppe der Wikinger siedelten sich im zehnten Jahrhundert nach Christus auf Grönland an. 500 Jahre später waren die Siedlungen verlassen. Man weiß heute noch nicht genau, warum dies geschah. Einer der Gründe dafür war vermutlich der Klimawandel: Durch die einsetzende mittelalterliche Kälteperiode hatten die Wikinger nicht genügend Nahrung. Als weiteres Problem werden Veränderungen in den Handelsbeziehungen diskutiert: Afrikanisches Elfenbein verdrängte zum Beispiel das Walroß-Elfenbein aus Grönland, das gegen Metall und Bauholz getauscht wurde. Auch Konflikte mit den Inuit könnten dazu beigetragen haben, dass die Wikinger Grönland den Rücken kehren mussten.
Nachhaltigkeit heute
Diese Aspekte, die das Leben der Wikinger beeinflussten, erinnern an die heutige Umwelt- und Lebenssituation: Auf Grund des Klimawandels ist eine steigende Zahl an Klimaflüchtlingen zu erwarten, die ihre Heimat aufgeben müssen, weil sie in ihrem Land wegen Überflutung oder Dürre nicht mehr leben können. Auch steht die Menschheit vor der Herausforderung, einen schonungsvolleren Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu üben. Wie damals die Wikinger müssen wir uns auch heute den veränderten Klima- und Handelsbedingungen anpassen und mit den verfügbaren Ressourcen schonend umgehen sowie Alternativen entwickeln. Soziale Konflikte zwischen Nationen und Volksgruppen – wie damals Wikinger und Inuit – sind auch heute aktuelle Themen: Kriegs- und Armutsflüchtlinge bringen Länder an ihre Kapazitätsgrenzen. Die Versorgung mit Lebensmitteln und Wasser ist vielerorts kritisch.
Diese Zusammenhänge sollen sich Schüler*innen der Mittelstufe in Deutschland, Österreich, Dänemark und Großbritannien in Workshops erarbeiten. Hierfür hat das Projektteam einen Materialkoffer entwickelt: Schulen und außerschulische Einrichtungen können sich den Koffer „Expedition Grönland“, nach dem Testen durch das Projektteam, ausleihen. Die Kisten enthalten nachgebaute Artefakte aus der Wikinger-Zeit, Bildmaterialien, ein Simulationsspiel und aktuelle Zeitungsartikel. Mithilfe der Materialien und einer Reihe aufeinander aufbauender Aufgaben sollen sich die Schüler*innen selbstständig an das Thema Nachhaltigkeit herantasten und motiviert werden, eigene Fragen zu entwickeln und zu stellen. Von den Lehrkräften werden sie angeleitet, sich mit den Lebens- und Klimabedingungen der Wikinger und den heutigen Grönländern zu beschäftigen. Am Beispiel Grönlands sollen die Jugendlichen erkennen, wie klimatische und wirtschaftliche Veränderungen die Lebensbedingungen von Menschen in der Geschichte beeinflusst haben und in der Gegenwart beeinflussen. In einem darauf aufbauenden Übungsblock lernen sie verschiedene lokale und globale Anpassungsstrategien an die wirtschaftlichen und klimatischen Veränderungen kennen. Dies soll ihnen zeigen, dass es viele Möglichkeiten gibt, auf den Klimawandel zu reagieren.
Die Jugendlichen befassen sich z. B. mit den Auswirkungen der Polareisschmelze auf dem weit entfernten Inselstaat Tuvalu. In die Rolle von verschiedenen Einwohnern Tuvalus versetzt, werden sie nach der Methode „heißer Stuhl“ anderen Schülern erklären, wie sie vom Klimawandel, und hier konkret vom steigenden Meeresspiegel, betroffen sind und was sie dagegen tun. In einer weiteren Arbeitseinheit entwickeln sie Theaterszenen, die den Effekt von Klimawandel und Globalisierung auf ihre nähere Umgebung Ausdruck verleihen.
Schließlich sollen sie sich mit der Frage beschäftigen, wie die Veränderungen auf Grönland sie in ihrer Heimat betreffen und wie sie andererseits das Leben auf Grönland beeinflussen. Damit sollen noch einmal die globalen Vernetzungen verdeutlicht werden. Umsetzung finden diese Aspekte u. a. über ein Rollenspiel und mit Hilfe der Methode „World Café“. Im Rollenspiel repräsentieren die Schüler/innen verschiedene Forschungsinstitutionen, die über eine Strategie zur nachhaltigen Entwicklung von Grönland diskutieren. Im World Café beschäftigen sie sich mit den Hauptexportprodukten aus Grönland: Fisch und Meeresfrüchte. Sie werden die Herkunft von Fisch anhand der Verkaufsverpackungen erforschen und über Nachhaltigkeitsaspekte wie Fangquoten, Fangmethoden und Rückverfolgbarkeit diskutieren und Fragen stellen. Eine davon könnte lauten: Welchen Fisch aus Grönland finden wir in unseren Läden?
Förderung von Kompetenzen
Das Projekt setzt auf selbsterkundendes Lernen anstelle von Frontalunterricht. Ähnlich wie bei einer Expedition die Forscher/innen Neuland betreten und Funde machen, sollen die Schüler/innen die Welt der Wikinger entdecken, wie sie wann und wo gelebt hatten und wie sich ihr kulturelles Leben gestaltete. Wie sieht es bei den heutigen Grönländern aus, was ist anders als bei uns in Dänemark, England, Deutschland und Österreich? Über den kulturellen, räumlichen und zeitlichen Hintergrund sollen die Jugendlichen die Veränderungen durch den Klimawandel und die damit verbundenen ökonomischen Reaktionen verstehen lernen. Ihnen sollen die Auswirkungen des Klimawandels und die entscheidende Rolle Grönlands durch die zunehmende Eisschmelze bewusst werden. Sie sollen einen Einblick in die heutigen Herausforderungen Grönlands und die verschiedenen Wahlmöglichkeiten der grönländischen Gesellschaft vermittelt bekommen und verstehen, dass nachhaltige Entwicklung ein dynamischer Prozess ist, der Anpassungen bedarf und der durch politische Entscheidungen und Bürgerinitiativen gesteuert werden kann.
Durch die Möglichkeit, Teile des Workshops draußen stattfinden zu lassen, kann eine Abenteueratmosphäre geschaffen werden. Die Schüler*innen erhalten beispielsweise die Aufgabe, in kooperativen Abenteuerspielen versteckte Artefakte der Wikinger zu finden. Hierdurch und durch die verschiedenen eingesetzten Methoden zur Lösung von Aufgaben wird auch die Teamfähigkeit gefördert. Daneben sollen durch den Workshop weitere Schlüsselkompetenzen vermittelt werden, wie das wissenschaftliche Verständnis oder die Fremdsprachenfähigkeiten, zum Beispiel durch englischsprachige Zeitungsartikel. Außerdem stärkt der Workshop das interdisziplinäre Denken. Er kann beispielsweise in die Fächer Geographie, Geschichte/Politik und Sozialkunde eingebunden werden.
Unternehmensmitbestimmung in Genossenschaften
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In Genossenschaften dürfen Mitarbeitende idealtypischer Weise mitbestimmen. Das Forschungsprojekt untersuchte die Frage: Macht das Genossenschaften zu erfolgreichen Unternehmen?
Wie sieht die Mitbestimmungspraxis in den Aufsichtsräten von Genossenschaften aus? Welche Auswirkung hat die Mitbestimmung auf die Art des Wirtschaftens von Genossenschaften? Diese beiden Fragen hat ein Forschungsprojekt des Wissenschaftsladen Bonn geklärt. Im Fokus des von der Hans Böckler Stiftung geförderten Projekts standen eingetragene Genossenschaften (eG). In Zeiten, in denen die übertriebene Profitmaximierung von Unternehmen diskutiert wird, stellt diese Unternehmensform ein alternatives Modell dar, wurde aber bisher wenig erforscht.
Genossenschaften beruhen auf einer wirtschaftsdemokratischen Grundidee: Das Wirtschaften erfolgt solidarisch unter Einbeziehung aller Mitglieder. Geregelt ist die Mitbestimmung in Genossenschaften, wie in allen anderen Unternehmen, durch das Mitbestimmungsgesetz 1976 (M76), Drittelbeteiligungsgesetz (DrittelbG) und Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG). Allerdings greifen diese Gesetze nur, wenn ein Unternehmen entsprechende Beschäftigtenzahlen erreicht hat. Da viele Genossenschaften jedoch mittelständisch aufgestellt sind, fand im Jahr 2012 das Gesetz M76 nur auf acht Betriebe Anwendung. Eben diese mitbestimmungspflichtigen Unternehmen hat das Forschungsprojekt ins Auge gefasst.
Ergebnisse für die Praxis
Insbesondere wurden anhand dieser Unternehmen die spezifischen Bedürfnisse von Arbeitnehmervertretern in Genossenschaften herausgearbeitet. Die Untersuchung der rechtsformspezifischen Herausforderungen, der veränderten Aufgaben der Unternehmensmitbestimmung in Genossenschaften und der rechtsformtypischen Arbeitsschwerpunkte bildeten den Rahmen des Projekts. Zielsetzung war die wissenschaftliche Analyse dieses Feldes sowie die strategische Aufbereitung der Ergebnisse für die Praxis.
Wesentliche Ergebnisse wurden nun von Herbert Klemisch und Moritz Boddenberg unter dem Titel „Unternehmensmitbestimmung in Genossenschaften – zwischen Postdemokratie und Solidarität“ in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift WSI Mitteilungen (WSI MITTEILUNGEN, 71. JG., 4/2018) veröffentlicht.
Ein Fazit lautet: Obwohl Genossenschaften in Zeiten einer zunehmenden Postdemokratisierung für eine „andere“ Form des Wirtschaftens stehen, erweist sich in mitglieder- und beschäftigungsstarken Genossenschaften die Verwirklichung der Prinzipien von Demokratie und Solidarität als schwierige Herausforderung. So arbeiten die Autoren u.a. einen zentralen Konflikt zwischen Mitgliedern und Beschäftigten heraus, der im Spannungsfeld von Demokratie, Solidarität und Mitbestimmung angesiedelt ist.
Projektüberblick
Valeska Engel
(0228) 201 61-0
info@wilabonn.de
Fortbildungsreihe: Mit Kinderaugen um die Welt

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Kita-Kinder wollen die Welt begreifen. Beispielsweise interessiert es sie, warum es verschiedene Hautfarben gibt. In einer dreitägigen Fortbildung erfahren Erzieher*innen, wie sie Kinder beim Globalen lernen unterstützen können.
Im Alter von drei bis sechs Jahren haben Kinder eine ganz eigene Logik, die Realität und Phantasie verbindet, möchten erkunden, begreifen und hinter die Dinge sehen. Schon kleine Kinder wollen wissen, warum Gleichaltrige aus anderen Ländern anders aussehen als sie, warum hierzulande keine Bananen wachsen, warum nicht überall in der Welt das Wasser so einfach aus dem Wasserhahn kommt. Dieser Neugier auf die Welt begegnet die Fortbildung mit praxisnahen Themen, methodischen Zugangswegen und vielen Impulsen für die Praxis. Globales Lernen vermittelt Einblicke in weltweite Zusammenhänge und praktische Herangehensweisen zu nachhaltigen Themenbereiche.
Was erwartet Sie?
Die Fortbildung
2-tägiges Basismodul
Globales Lernen als Bildungsweg mit Lernwerkstätten, Praxiseinheiten und einer Praxisbox für Ihre Kita.
1-tägiges Vertiefungsmodul
Es werden weitere Praxisthemen und Zugangswege erarbeitet und Sie stellen ihr Projekt den anderen Teilnehmer/innen vor.
Nachtreffen des Fortbildungskurses
Es finden Nachtreffen mit vertiefenden Impulsen und Ideen für den KiTa-Alltag statt.
Die Praxisbox
Sie bekommen im Basismodul eine Praxisbox mit Büchern, Landkarte, Spielen und Seminarordner ausgehändigt. Diese Materialien dienen zur Umsetzung eines Projektes und gehen nach dem Vertiefungsmodul in den Besitz der Kita über.
Das Projekt in ihrer KiTa
In dem Zeitraum zwischen dem Basismodul und dem Vertiefungsmodul soll von dem/der Teilnehmer/in ein Projekt nach eigener Themenwahl und Ausrichtung individuell in der KiTa umgesetzt werden. Der Verlauf des Projektes sollte tabellarisch dokumentiert werden.
Themenschwerpunkte der Fortbildung sind:
Länder und Kulturen
Wie leben andere Kulturen? Eine kulturelle Reise mit Spielen, Märchen und Speisen über die Kontinente.
Kleider aus aller Welt
Wie entsteht mein T-Shirt? Mit Ideen und Beispielen für die Praxis wird das Thema Kleidung für Kinder greifbar erläutert.
Unsere Erde
Warum ist das so? Über Experimente zu Boden, Wasser und Klima wird die Bedeutung unserer Ressourcen erlebbar gemacht.
Pädagogische Zugangswege
Neben dem Konzept des Globalen Lernens werden auch Partizipation und Philosophieren mit Kindern für ihre Arbeit vermittelt.
Publikation „Spiele aus aller Welt“
Im Rahmen der Fortbildung hat der WILA Bonn Spiele aus aller Welt zusammengetragen und in einer Broschüre veröffentlicht. Wer die Spiele nachspielen möchte, kann sich das Heft als PDF herunterladen.
Projektüberblick
Förderer


Die Fortbildung „MIT KINDERAUGEN UM DIE WELT – GLOBALES LERNEN IN DER KITA“ wird im Rahmen des Förderprogramms Engagement Global mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie von der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW gefördert.
Continuing educational program: Seeing the World through the Eyes of a Child

Children are of curious nature. They want to understand the world, for example why people can have different skin colors. In an educational program lasting for three days, educators have the chance to learn new ways in how to support global learning for children.
At the age of three to six years children have their own logic that connects reality and phantasy. They want to explore, understand and look beyond the surface. Already young children want to understand why other children of their age look different than they do, why bananas do not grow in Germany and why water is not easily accessible everywhere in the world. Satisfying this curiosity is the aim of this educational program by dealing with relevant issues, providing methodological access, and giving impulses for practical use. Global learning facilitates insights into worldwide relations and practical approaches concerning sustainable topic fields.
What to expect?
The educational program consists of different modules. First a basic module will be taking place, where participants will be given an understanding of global learning as a course of education with training workshops and practical units and an experience box will be provided. The experience box contains books, maps, games and a workshop folder. Those materials serve for the implementation of a project the participants will individually work on and will be handed over for ongoing use after the workshop has been successfully finished. The first module will be followed by an additional module where practical topics and access ways will be further explored. Between the two modules participants are asked to implement their project in their workplace while deciding freely on the topic and orientation. The process of the project should be documented in a table. In the end of this educational program the participants will be asked to present their projects to the others. Moreover, ongoing meetings will be offered in which participants who already finished the two modules can refresh knowledge and acquire new ideas for everyday life in kindergarten.
Key subjects
Participants of the educational program will be asked to develop a project which they can introduce and work on during their regular work. They will be asked to choose from given key subjects. One key subject will be “Countries and Cultures”, where the question of how other cultures live will be explored with the help of games, tales and meals of the different continents. Another key subject will be “Dresses from all over the World”. This topic will give an insight on how t-shirts are being made by providing different ideas and examples and making it understandable for children. The third topic will be “Our Earth”. It will deal with the question why the world is how it is. Experiments of soil, water and climate will make the meaning of our resources come alive. The last big subject will deal with “Pedagogical Ways to Access Children”. Beside the concept of global learning also encouraging participation and how to philosophize with children will be transferred to the participants.
The eduational training “Seeing the world through the eyes of a child – global learning in kindergarten” is funded by the "Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)" as well as by the "Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW" as part of the development program Engaging Global.




