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Bilder: © Bundesverein zur Förderung des Genossenschaftsgedankens e.V.

Prosuming, Genossenschaften und der Wandel der Verbraucherrollen

Wie können Genossenschaften Verbraucher*innen dabei unterstützen, sich nachhaltig mit gesunden Lebensmitteln, Energie und gemeinsamen Wohnraum zu versorgen? Welche Handlungsvorschläge resultieren daraus für die Politik?

Ob Co-working, Carsharing oder Solidarische Landwirtschaft: Menschen teilen in der heutigen Zeit Arbeitsplätze, Autos oder Lebensmittel. Damit verschwimmt aber die Grenze zwischen Verbraucher/innen auf der einen und Produzent/innen auf der anderen Seite, denn Menschen sind häufig beides zugleich (auch „Prosuming“ genannt aus „Produzieren“ und „Konsumieren“). In einer aktuellen Untersuchung geht der WILA Bonn der Frage nach, welchen Beitrag Genossenschaften zu rechtlich verbindlichen Regelungen und damit zu mehr Verbraucherschutz leisten können.

In Deutschland existieren seit dem 19. Jahrhundert knapp 8.000 Genossenschaften mit rund 21 Mio. Mitgliedern. Es gibt, historisch gesehen, also zahlreiche Beispiele dafür, wie gemeinschaftliches Wirtschaften und Konsumieren verbindlich geregelt werden könnte. Aber weder Öffentlichkeit noch Forschung bringen Genossenschaften mit der neuen „Sharing Economy“ in Verbindung. Dabei kann die Sharing Economy durchaus von den Erfahrungen der Genossenschaften profitieren. Diese Verbindung möchte der WILA Bonn mit dem Projekt„Prosuming, Genossenschaften und der Wandel der Verbraucherrollen: Exploration der Schutzpotenziale für Verbraucher/innen durch genossenschaftliche Organisationsformen“ herstellen.

Mit einer Literaturstudie verortet das Projekt Genossenschaften innerhalb der Sharing Economy. Die Analyse bezieht sich dabei auf drei Sektoren, in denen sich Bürgerinnen und Bürger genossenschaftlich zusammengeschlossen haben: die Bürgerenergie, die Solidarische Landwirtschaft und das Gemeinschaftliche Wohnen. Dazu besucht der WILA Bonn Netzwerke und Betriebe in den Sektoren und führt Interviews. Auf Basis der Literaturstudie und der Gespräche analysiert er, inwieweit Genossenschaften mit ihren bewährten Strukturen als Vorbild für die Geschäftsmodelle der Sharing Economy dienen können.Diese Frage ist für die Gesellschaft und die Verbraucherwissenschaft wichtiger denn je. Denn viele Formen des Prosumings sind vertraglich wenig abgesichert und Prosument/innen sehen sich rechtlichen Unsicherheiten ausgesetzt: Wer haftet zum Beispiel, wenn ein von vielen gemeinsam genutztes Auto auf einmal mit einer Delle zurückgebracht wird oder der bereits bezahlte Schlafplatz in einer privaten Unterkunft nicht zur Verfügung steht, weil man Betrüger/innen aufgesessen ist?

Abschließend fasst das Projekt die Ergebnisse in einer explorativen Studie zusammen und entwickelt verbraucherpolitische Handlungsvorschläge für die Praxis. So möchte der WILA Bonn Bürgerengagement und Verbraucherschutz auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse verbinden. Die Studie wurde im Oktober 2020 veröffentlicht.

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